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Übersäuerung im Körper: Symptome, Ursachen & was tun
Vielleicht fühlst du dich gerade ständig müde, hast wenig Energie und deine Haut war auch schon mal besser.
Vielleicht zwicken deine Gelenke oder deine Verdauung macht dir Probleme - reden wir lieber nicht davon.
… Und dann hat dir Dr. Google gesagt, dass du möglicherweise übersäuert bist.
Sehr gut. Dann bist du hier richtig, denn in diesem Artikel erfährst du:
- was „Übersäuerung im Körper“ eigentlich bedeutet,
- welche Symptome typisch sind,
- welche Ursachen dahinterstecken können,
- und vor allem: was du dagegen tun kannst.
Legen wir los!
Was bedeutet „Übersäuerung im Körper“?
Wenn von „Übersäuerung“ die Rede ist, geht es um den Säure-Basen-Haushalt. Das ist ein fein abgestimmtes System, das dafür sorgt, dass das Blut mit einem pH-Wert von etwa 7,4 leicht basisch bleibt. Schon kleine Abweichungen würde den Körper stark belasten und keines unserer Organe hätte mehr das Milieu, in dem es fehlerfrei arbeiten und sich regenerieren kann.
Damit das nicht passiert, verfügt der Körper über verschiedene Puffersysteme, die ständig Schwankungen ausgleichen.
Das funktioniert im Alltag erstaunlich gut: Trinkst du also mal einen Kaffee oder isst ein Stück Kuchen (beides Nahrungsmittel, bei denen nach der Verstoffwechselung mehr Säuren als Basen anfallen), wird der pH-Wert des Blutes nicht gleich „sauer“. Die Puffersysteme halten den pH-Wert stabil.
Problematisch wird es erst, wenn dauerhaft mehr Säuren anfallen, als der Körper entspannt neutralisieren kann. Dann müssen die Puffersysteme auf Dauer härter arbeiten und Mineralstoffe aus den Reserven mobilisieren.
Genau das kann sich in typischen Beschwerden äußern - mehr dazu gleich im Abschnitt „Symptome“.
In der Naturheilkunde spricht man in diesem Zusammenhang von einer „latenten Übersäuerung“. Gemeint ist nicht, dass dein Blut sauer wird (das wäre eine lebensbedrohliche „Azidose“).
Vielmehr bedeutet es, dass dein Körper ständig Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium oder Kalium heranziehen muss, um Säuren zu puffern.
Findet er sie nicht ausreichend in der Nahrung, nimmt er sie kurzerhand aus Knochen, Zähnen, Haut oder Haaren.
Auf Dauer schwächt das diese Strukturen und überschüssige Säuren können sich im Bindegewebe einlagern - spürbar etwa als Schwere, Verspannungen oder diffuse Muskelschmerzen.
Stell dir das vor wie ein Konto: Du hebst ständig ab (weil dein Lebensstil viele Säurebildner liefert), aber zahlst zu wenig ein (zu wenig basenreiche Lebensmittel, zu wenig Erholung).
Irgendwann reichen die Reserven nicht mehr.
Die Folge sind keine akuten Krankheiten, sondern eher diffuse Beschwerden: Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Hautprobleme, Verdauungsstörungen, usw..
Kurz gesagt: Übersäuerung im naturheilkundlichen Sinn bedeutet, dass dein Körper dauerhaft im „Pufferstress“ ist. Und genau das kostet Energie, Nährstoffe und langfristig Vitalität.
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Symptome einer Übersäuerung im Körper: Woran du es erkennst
Eine Übersäuerung im Körper macht sich selten durch ein einzelnes, klares Anzeichen bemerkbar. Viel typischer sind diffuse Beschwerden, die nach und nach auftreten und oft nicht sofort damit in Verbindung gebracht werden.
Diese Symptome einer Übersäuerung im Körper treten häufig schleichend auf:
- anhaltende Müdigkeit, Energiemangel,
- Antriebslosigkeit
- Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten
- Verdauungsprobleme wie Blähbauch, Völlegefühl oder Verstopfung
- Hautprobleme wie Unreinheiten, Ekzeme oder ein fahler Teint
- Muskel- und Gelenkbeschwerden, Verspannungen
- brüchige Nägel oder Haarausfall
- häufige Infekte und ein schwächeres Immunsystem
- Abnehmblockaden
- Heißhunger
- Gicht
- Arthrose
Diese typischen Symptome einer Übersäuerung im Körper entwickeln sich oft über längere Zeit. Aber: nicht jedes dieser Symptome bedeutet automatisch, dass du „übersäuert“ bist. Sie können viele Ursachen haben.
Wenn mehrere dieser Beschwerden zusammentreffen, lohnt es sich allerdings, den Säure-Basen-Haushalt genauer anzuschauen.
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Ursachen für eine Übersäuerung im Körper: Woher kommt das Ungleichgewicht?
Warum entstehen überhaupt zu viele Säuren?
Die Hauptursachen einer Übersäuerung im Körper liegen in unserem modernen Lebensstil:
#Ernährung: viel Süßes, raffiniertes Getreide, Fleisch, Käse, Wurst, Kaffee, Rauchen, Alkohol und Fertigprodukte gelten als starke Säurebildner. Das schnelle Brötchen vom Bäcker, die Tiefkühlpizza am Abend oder der tägliche Latte Macchiato – sie sind bequem, liefern aber kaum Mineralstoffe und hinterlassen nach der Verstoffwechselung eher Säuren als Basen.
#Stress: Dauernder Druck im Job oder im Privatleben sorgt dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden, die den Stoffwechsel belasten und ebenfalls „sauer“ wirken. Wer ständig unter Strom steht, hat also auch biochemisch mehr Säurelast.
#Schlafmangel: Während wir schlafen, laufen viele Reparatur- und Entgiftungsprozesse. Zu wenig oder schlechter Schlaf schwächt diese natürlichen Regenerationsphasen. Überschüssige Säuren werden schlechter abgebaut und der Körper bleibt im Ungleichgewicht.
#Bewegungsmangel: Säuren werden nicht nur über die Nieren, sondern auch über Atmung und Schweiß ausgeschieden. Wer sich kaum bewegt, gibt dem Körper weniger Gelegenheit, diese Säuren loszuwerden. Auch das führt dazu, dass sich mehr im Gewebe ansammelt.
#Umweltgifte und Medikamente: Abgase, Pestizide in Lebensmitteln oder auch bestimmte Medikamente (z. B. Schmerzmittel oder Magensäureblocker) können den Stoffwechsel zusätzlich beanspruchen. Der Körper muss dann noch mehr ausgleichen und entgiften.
>> Diese Belastungen kommen selten allein: Wer viel Stress hat, sich wenig bewegt und gleichzeitig eher säurelastig isst, merkt oft nach und nach, dass die Energie schwindet. Man fühlt sich erschöpft, ohne dass der Arzt sofort eine klare Ursache findet.
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Folgen einer Übersäuerung im Körper: Das passiert langfristig
Der Körper kann kurzfristige Säurelasten gut ausgleichen. Wenn er jedoch dauerhaft mehr puffern muss, als ihm guttut, entsteht eine Übersäuerung im Körper und es kommt langfristig zu Folgen wie:
# Mineralstoffverluste: Um Säuren zu neutralisieren, benötigt der Körper Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Kalium u. a.. Wenn die in der Nahrung fehlen, werden sie aus Knochen, Zähnen, Haaren oder Nägeln mobilisiert. Das kann diese Strukturen langfristig schwächen.
# Einlagerungen im Gewebe: Überschüssige Säuren werden ins Bindegewebe verschoben. Dort können sie wie eine Art „Ablage“ landen - spürbar z. B. als Schweregefühl, Verspannungen oder Gelenkzwicken. Manche beschreiben es, als wären wie eingerostet und nicht mehr richtig beweglich.
# Belastung für Stoffwechsel und Verdauung: Organe wie Leber, Nieren oder Darm müssen härter arbeiten, um das Gleichgewicht zu halten. Die Folge können Verdauungsprobleme, Völlegefühl oder eine trägere Verdauung sein.
# Abfallende Leistungsfähigkeit: Wer ständig übersäuert ist, fühlt sich oft erschöpft, anfälliger für Infekte und weniger belastbar im Alltag. Viele bemerken: Die Energie reicht nicht mehr so wie früher, obwohl eigentlich kein klarer Krankheitsbefund vorliegt.
Es handelt sich nicht um eine akute Krankheit, sondern um einen Zustand, der die Lebensqualität schleichend mindert.
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Was tun gegen Übersäuerung? Tipps für Alltag & Ernährung
Viele fragen sich: Was tun bei Übersäuerung im Körper?
Die gute Nachricht: Du kannst viel selbst tun, um einer Übersäuerung im Körper entgegen zu wirken und deinen Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Wichtige Ansätze sind:
- Basenreiche Ernährung: viel Gemüse, Salate, Kartoffeln, reifes Obst, frische Kräuter, Nüsse und Samen.
- Ausreichend trinken: Wasser und Kräutertees unterstützen die Ausscheidung.
- Bewegung: Spaziergänge, Radfahren, Yoga oder Schwimmen fördern den Abtransport von Säuren.
- Stressabbau: Atemübungen, Meditation oder kleine Pausen im Alltag entlasten den Stoffwechsel.
- Schlaf: Regelmäßiger, erholsamer Schlaf ist wichtig, damit die Regeneration funktioniert.
- Basenfasten:Wenn du spürst, dass dein Körper mehr Entlastung braucht, kann eine Basenfastenkur sinnvoll sein. Dabei verzichtest du für eine bestimmte Zeit auf die typischen Säurebildner und isst ausschließlich basische Lebensmittel. Das wirkt wie ein Reset und gibt deinem Körper die Möglichkeit, Mineralstoffspeicher wieder aufzufüllen.
>> Schon kleine Veränderungen im Alltag können einen spürbaren Unterschied machen.
Fazit: Übersäuerung ernst nehmen und ins Gleichgewicht kommen
Übersäuerung im Körper äußert sich oft schleichend. Die Ursachen liegen meist im Lebensstil. Kurzfristig gleichen Puffersysteme das aus. Auf Dauer kostet es jedoch Mineralstoffe, Energie und Vitalität. Deshalb lohnt es sich, die Ernährung bewusster zu gestalten und kleine Routinen für Entlastung und Entspannung in den Alltag einzubauen.
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Wenn du dich noch mehr informieren möchtest, schau dir auch diese Artikel an:
- Was ist Basenfasten? Anleitung, Wirkung & Vorteile
- Basenfasten Lebensmittel Liste: 10 typische Säurebildner und ihre Alternativen
>> So findest du genau den Einstieg, der zu dir passt - und kannst direkt loslegen.
FAQ - Häufige Fragen zur Übersäuerung
Was sind die ersten Anzeichen einer Übersäuerung?
Typische Symptome sind:
- anhaltende Müdigkeit, Energiemangel, Antriebslosigkeit
- Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten
- Verdauungsprobleme wie Blähbauch, Völlegefühl oder Verstopfung
- Hautprobleme wie Unreinheiten, Ekzeme oder ein fahler Teint
- Muskel- und Gelenkbeschwerden, Verspannungen
- brüchige Nägel oder Haarausfall
- häufige Infekte und ein schwächeres Immunsystem
- Abnehmblockaden
- Heißhunger
- Gicht
- Arthrose
Oft treten mehrere Beschwerden gleichzeitig auf.
Kann man eine Übersäuerung im Blut messen?
Ja, in wenigen Laboren und auf umständliche Weise.
Der pH-Wert des Blutes bleibt allerdings fast immer stabil.
In der Naturheilkunde spricht man von „latenter Übersäuerung“, die sich nicht direkt im Blut zeigt, sondern über Beschwerden und Gewebeablagerungen.
Welche Lebensmittel fördern eine Übersäuerung?
Welche Lebensmittel fördern eine Übersäuerung? Zu den Haupt-Säurebildnern zählen Zucker, Weißmehl, Fleisch, Käse, Kaffee, Alkohol und industriell verarbeitete Fertigprodukte.
Wie kann man einer Übersäuerung vorbeugen?
Mit basenreicher Ernährung (Gemüse, Obst, Kartoffeln, Kräuter), ausreichend Wasser, Bewegung, erholsamem Schlaf und Stressabbau.
Hilft Basenfasten bei Übersäuerung?
Ja, beim Basenfasten verzichtest du gezielt auf Säurebildner und entlastest so deinen Körper. Das wirkt wie ein Reset und unterstützt den Säure-Basen-Haushalt nachhaltig.
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