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Foto: Ruby Nagel

Blähungen, Mundgeruch, Verstopfung? 5 Tipps, die wirken

Pupsen tut jeder Mal, aber wenn du regelmäßig Blähungen hast, dann ist da was im Busch. Denn das bedeutet, dass irgendwas in deinem Verdauungstrakt dafür sorgt, dass sich zu viele Gase bilden, die raus wollen.

Im Darm leben unzählig viele Mikroorganismen (je nach Quelle zwischen 10 und 100 Billionen). Darunter zählen mehr als 1000 verschiedene Arten an Bakterien und Pilzen, die sich je nach Darmabschnitt unterscheiden. Eine ihrer Aufgaben ist es, unsere Nahrung zu zersetzen und bei diesem Prozess entstehen Gase. Das ist eigentlich bis zu einem bestimmten Maß normal.

Wenn mehr Gase entstehen, als es der Nase unserer Mitmenschen recht ist, dann kann das folgende Ursachen haben:

  • Wir haben zu schnell gegessen und zu wenig gekaut (Die Verdauung und Zersetzung der Nahrung beginnt schon beim Kauen und Einspeicheln. Außerdem wird beim schnellen Essen Luft verschluckt, die auch zu Blähungen führen kann.)
  • Die Darmflora ist zu « schwach » oder nicht « lebendig genug », um die Nahrung richtig zu zersetzen.
  • Es kommen Nahrungsbestandteile in Darmregionen an, in denen sie gar nicht sein sollten, weil sie normalerweise schon vorher zersetzt oder resorbiert werden müssten. Wie z. B. bei der Fructoseunverträglichkeit. Normalerweise wird Fructose im Dünndarm aufgenommen. Sind im Dünndarm zu wenig Fructose-Rezeptoren oder zu viel Fructose von der Menge her, wird sie im Dickdarm von den Darmbakterien aufgenommen, wodurch sich vermehrt Gase bilden (weil Dickdarmbakterien normalerweise keine Fructose essen sollten.).

Bei Mundgeruch ist das Problem oft direkt in der Mundhöhle: Zungenbelag, Zahnfleischentzündungen, Speisereste in den Zahnzwischenräumen, nicht genügend Speichel oder ähnliches stecken dahinter. Manchmal aber liegt der Grund eine Etage tiefer, nämlich im Magen. Wie z. B. bei Magenschleimhautentzündungen oder Magengeschwüren.

Und Verstopfungen entstehen oft, weil

  • man sich nicht ausreichend bewegt (dadurch wird auch der Darm träge und transportiert den Stuhl nicht vorwärts)
  • weil nicht ausreichend getrunken wird (wenn der Stuhl zu trocken ist, kann er nicht gut im Darm weiter transportiert werden)
  • weil nicht ausreichend Ballaststoffe gegessen werden (Ballaststoffe sind faserreiche Inhaltsstoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln, die der Darm (fast) nicht verdauen kann. Manche der Ballaststoffe ziehen Wasser an, andere quellen auf. Beides hat zur Folge, dass der Stuhl schneller und besser weitertransportiert werden kann. Außerdem machen sie schneller satt, sie binden Gifte und die Darmbakterien ernähren sich davon. … über Ballaststoffe könnte man einen Roman schreiben!)

 

In diesem Blogartikel möchte ich dir 5 Tipps geben, die sich positiv auf die Verdauung, bei Blähungen, Mundgeruch und Verstopfung auswirken.

Heilpflanzen gegen Blähungen, Mundgeruch und Verstopfung

Teefenchel

Was wir jetzt brauchen, sind 1) entblähende Heilpflanzen, 2) Heilpflanzen, die die Verdauung ankurbeln und 3) Kräuter, die auch eine desinfizierende, keimtötende Wirkung haben.

Und da sind wir eigentlich sehr gut bei den Gewürzkräutern und Gewürzsaaten aufgehoben:

Hier mal ein paar Beispiele:

  • Rosmarin
  • Thymian
  • Lorbeer
  • Ingwer
  • Kümmel und Kreuzkümmel
  • Basilikum
  • Estragon
  • Salbei
  • Senfkörner

→ Was ich dir also bei Verdauungsbeschwerden ans Herz legen kann, ist es, jeden Tag mit frischen oder getrockneten Kräutern zu kochen.

Dabei werden die Kräuter und Gewürze erst am Ende der Kochzeit hinzugegeben, sodass hitzelabile Wirkstoffe wie ätherische Öle nicht kaputt gehen bzw. verfliegen.

Natürlich kann man diese Heilpflanzen auch zusätzlich als Tee oder Tinktur benutzen.

Speziell für Verstopfung und Entzündungen der Magenschleimhaut sind Heilpflanzen, die viel Schleimstoffe enthalten super gut. Schleimstoffe befeuchten die Schleimhäute und dadurch kann der Stuhl besser im Darm transportiert werden und die entzündeten Magenschleimhäute werden gekühlt und befeuchtet und können sich regenerieren.

Sehr gute schleimhaltige Pflanzen sind zum Beispiel Malvenblüten, der Eibisch, Spitz- und Breitwegerich und natürlich auch Flohsamen. Hier muss man sich merken, dass Schleimstoffe immer in kaltem Wasser ausgezogen werden.

 

Wer Verstopfung hat, weil er viel zu wenig trinkt und dadurch der Stuhl zu fest ist, sollte als erste Maßnahme erst einmal mehr Flüssigkeit zu sich nehmen. Am besten mit Kaltauszügen aus schleimstoffhaltigen Pflanzen und Wasser.

Thymian

Prä- und Probiotika verbessern die Darmflora

Präbiotika sind Bestandteile aus Lebensmitteln, die für uns Menschen unverdaulich sind, aber von denen sich die guten Darmbakterien ernähren. Sie helfen also, dass sich die guten Darmbakterien wohlfühlen und vermehren. Sie werden weder von der Magensäure zersetzt, noch im Dünndarm aufgenommen, sondern sie gelangen direkt bis in den Dickdarm.
Lebensmittel, die viele Präbiotika enthalten, sind z. b. Flohsamenschalen, Getreide wie Hafer und Roggen, Spargel, Chicorée, Topinambur, Zwiebeln, Knoblauch, Schwarzwurzeln, Artischocken … eigentlich pflanzliche Lebensmittel im Allgemeinen.

Probiotika sind lebende Mikroorganismen wie Bifidobakterien oder Laktobazillen, die das Mikrobiom (die Dramflora) unterstützen und stärken. Man findet sie zum Beispiel in fermentierten Lebensmitteln wie Bio-Naturjoghurt, Kefir, Kombucha, naturtrüben unpasteurisierten Apfelessig, Sauerkraut oder sauren Gurken. Oder man besorgt sie sich in Pulverform in der Apotheke.

Leberwickel mit Scharfgarbentee

Wärmeauflagen unterstützen die Leber und fördern die Verdauung

Feucht-heiße Leberwickel verbessern die Durchblutung der Leber und Galle. Die Gefäße weiten sich und die Gallenflüssigkeit kann besser abfließen und bei der Fettverdauung unterstützen.
Wer besser verdaut, hat weniger Blähungen oder Verstopfung.

So einen Leberwickel kann man mit einem heißen Schafgarbentee oder frisch gegarten, heißen Kartoffeln leicht selber machen.

Entweder ein Tuch in den Scharfgarbentee tauchen, auswringen und rechts unter den Rippenbogen legen oder die gegarten Kartoffeln breitquetschen, in ein Tuch wickeln und auch unter den rechten Rippenbogen legen. (Wenn es zu heiß sein sollte, kann noch ein Tuch zwischen den Kartoffelwickel und die Haut gelegt werden.)

Anschließend mit mit einem großen Handtuch den Bauch einwickeln, sich 20 min. auf’s Sofa legen und Siesta halten. Wenn man möchte, kann man zusätzlich eine Wärmflasche auf den Wickel legen. Der Rest des Schargarbentees kann schluckweise beim Ausruhen getrunken werden. (Fühlt sich der Wickel unangenehm an, dann sollte man ihn sofort abnehmen.)

Ballaststoffreiche Flohsamenschalen

Bauchmassage gegen Blähungen und Verstopfung

Kleinen Kindern massiert man den Bauch ganz intuitiv, aber auch bei uns Erwachsenen hilft eine Bauchmassage, um die Verdauung zu unterstützen.
Am besten benutzt man dazu ein verdauungsförderndes, blähungswidriges Massageöl mit Fenchel, Kümmel und / oder Anis. Das kann man sich entweder selbst herstellen oder z. B. von Weleda kaufen.

Bei Verstopfung möchte man den Darm in Schwung bringen. Deshalb wird im Uhrzeigersinn massiert und gekreist. (Bei Durchfall würde man gegen den Uhrzeigersinn massieren.)

Malvenblüten

Basenfasten: Neustart bei Verdauungsproblemen

Verdauungsbeschwerden hängen sehr oft mit der Ernährung zusammen.

Eine Basenfastenkur ist nicht nur ein guter und leichter Einstieg in eine Ernährungsumstellung, sondern auch eine Art « Reset-Taste ». Bei einer Basenfastenkur räumt man den Verdauungstrakt richtig auf, man bemerkt, welche Nahrungsmittel einem gut tun und welche Schwierigkeiten bereiten und man gibt dem Körper die Energie und die Zeit, um sich zu regenerieren. (Die hat er nämlich bei den meisten Menschen im normalen Alltag leider nicht.)

Viele meiner Kursteilnehmer, die die Basenfastenkur mitmachen, um ihre Verdauungsbeschwerden in den Griff bekommen, erzählen schon nach wenigen Tagen, dass es ihnen besser geht, sie keine Schmerzen mehr haben, dafür aber mehr Energie und sich allgemein leichter fühlen.

Fazit

Wenn man regelmässig Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung und Mundgeruch hat, sollte man sich die Zeit nehmen und versuchen herauszufinden, was im Körper nicht richtig funktioniert.

Solche Symptome entstehen nicht, weil der Körper nerven will, sondern weil er sagt « Guck dir mal bitte diesen Bereich deiner Gesundheit genauer an. ».

Man kann sich dafür professionelle Hilfe suchen oder aber, man fängt mit dem nahe liegensten Faktor - nämlich der Ernährung - an: Nach und nach industriell verarbeitete Lebensmittel, Zucker, tierische Eiweiße und Kohlenhydrate wegzulassen, gibt oft schon Aufschluss darüber, was dem Körper gut tut und was nicht.

Außerdem hat der Verdauungstrakt in dieser entlastenden Phase Zeit, sich auszuruhen und sich zu regenerieren. Anschließend ist es gut, den gesunden Darmbakterien Futter zu geben, sodass sie sich ordentlich ernähren und vermehren können. Auch die Darmschleimhaut sollte gestärkt und geschützt werden.

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