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Foto: Ruby Nagel

5 Fakten, die FÜR Heilkräuter sprechen (und einer dagegen)

Mich hat neulich eine Journalistin gefragt, was denn die Vorteile sind, Heilkräuter anzuwenden und vielleicht auch seine eigenen Hausmittel herzustellen.

Weil ich die Frage sehr gut fand, will ich die Antworten mit dir teilen. Vielleicht helfen dir die Argumente, wenn du dich das nächste Mal rechtfertigen musst, dass du deine Erkältung lieber mit einem Kräutertee auskurierst. Oder vielleicht geben sie dir auch kleine Denkimpulse.

Unser Körper kennt die Wirkstoffe seit Jahrtausenden

Wir Menschen benutzten Heilpflanzen schon mehrere Jahrtausende vor Christus. Die ersten Aufzeichnungen darüber, wie Heilpflanzen zu Heilzwecken genutzt wurden, stammen aus Mesopotamien und sind aus der Zeit von ca. 3000 v. Chr.

Demnach hat der menschliche Organismus schon weitaus mehr Lang- und Kurzzeiterfahrungen machen können als mit vielen Medikamenten.

Die längste Zeit in der Menschheitsgeschichte waren Heilpflanzen außerdem Teil der (alltäglichen) Ernährung. Unser Körper kennt die pflanzlichen Wirkstoffe seit Jahrtausenden und über Generationen und Generationen hinweg. Er hatte also Zeit, um sich an sie zu gewöhnen und kann sie gut aufnehmen und für sich nutzen.

Heilpflanzen sind umweltfreundlich

Medikamentenrückstände in den Gewässern sind schon lange ein Problem. Mittlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, an dem z. B. Fische unfruchtbar werden, weil sie permanent hormonell wirksamen Medikamentenrückständen ausgesetzt sind.

«Humanarzneimittel gelangen größtenteils über die Abwässer in die Kläranlagen. Dort werden diese jedoch zum größten Teil nicht zurückgehalten oder eliminiert. Deshalb werden Rückstände von Humanarzneimitteln nahezu flächendeckend und ganzjährig im Bereich von Kläranlagenabläufen sowie in Bächen, Flüssen und Seen, aber auch im Grund- und vereinzelt im Trinkwasser nachgewiesen.»

«Bisherige Ergebnisse aus Forschungsprojekten und speziellen Messprogrammen der Länderbehörden zeigen, dass in Deutschland mindestens 414 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe, deren Metabolite oder Transformationsprodukte in der Umwelt nachgewiesen wurden. Sie wurden meist in Flüssen, Bächen oder Seen gemessen.»

Quelle: Umweltbundesamt

Die Rückstände kommen z. B. von Blutdrucksenkern, Antibiotika, der Pille, Antidepressiva oder Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac. Sie werden über den Urin ausgeschieden und können in den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden.

Auch Salben und Cremes, die beim Duschen von der Haut ins Abwasser gelangen und in der Toilette entsorgte Medikamente tragen dazu bei, dass die Gewässer verschmutzt werden.

Laut der Ärztezeitung «könne man nicht ausschließen, dass diese Mikroschadstoffe langfristig auch ein Problem für das Trinkwasser und damit für Menschen werden.»

Bei Heilpflanzen haben wir dieses Problem nicht. Sie sind von Natur aus vollständig und ohne Rückstände abbaubar.

Natürlich ist es bei komplexen Krankheitsverläufen auf eigene Faust schwierig und vielleicht auch nicht machbar, bestimmte Medikamente dich pflanzliche Alternativen zu ersetzen. Aber es gibt genügend Beschwerden wie Erkältung, Husten, Kopfschmerzen, Gicht oder Magen-Darm-Erkrankungen, bei denen man auf Heilkräuter zurückgreifen kann.

Heilkräuter sind Seelenfutter

In die Welt der Pflanzen einzutauchen ist für mich definitiv auch Seelennahrung. Das klingt ein bisschen kitschig, aber was ich meine, ist, dass wenn man sich mit ihnen befasst, sie an ihren Standorten besucht, schaut, wer ihre Nachbarn sind, wie sie zu jeder Jahreszeit aussehen, zu beobachten, wann sie frisch und knackig sind oder wann sie vielleicht auch den Kopf hängen lassen, dann entschleunigt das und man verbringt automatisch mehr Zeit an der frischen Luft. Man kommt ganz schnell vom Hundertsten ins Tausendste und fängt nach und nach an, das Zusammenspiel der Natur zu erkennen und zu verstehen.

Und diese kleinen und großen Aha-Erlebnisse, die man mit der Zeit sammelt, sind absolute Seelennahrung.

Hausmittel haben weniger Nebenwirkungen

Tee, Tinkturen oder selbst hergestellte Hausmittel verursachen seltener Nebenwirkungen. Das liegt daran, dass die Pflanze als Ganzes wirken kann.

Pflanzen enthalten ein Cocktail an Wirkstoffen, von dem längst nicht alle wissenschaftlich erforscht sind. Das bedeutet, es gibt eine große Anzahl an Wirkstoffen, die im Tee oder in der Tinktur wirken, die wir noch gar nicht kennen.

Wenn man jetzt im Labor einen bestimmten Wirkstoff, von dem man glaubt, es sei der Hauptwirkstoff der Pflanze, isoliert und daraus hoch dosierte, konzentrierte Präparate herstellt, dann wirkt natürlich auch nur dieser Wirkstoff und dadurch kann zu ungewünschten Nebeneffekten kommen.

Die Pflanze an sich aber hat auch immer Wirkstoffe, die als Gegenspieler gelten und dadurch die Wirkung regulieren.

Und natürlich ist die Wirkstoffkonzentration in einem Tee oder einer Tinktur viel schwächer als in einem im Labor hergestellten, hoch dosierten Präparat. Dadurch ist eine Überdosierung auch schwieriger und man kann v. a. auch die ersten Anzeichen einer eventuellen Überdosierung schneller feststellen und die Einnahme wieder herabsetzen.

Hausmittel werden nicht an Tieren getestet

«Im Jahr 2017 wurden in der gesamten EU insgesamt 22.179.557 Tiere „verbraucht“. Davon wurden 9.581.741 Tiere tatsächlich in Tierversuchen verwendet. Noch mehr Tiere (12.597.816) wurden allerdings gezüchtet und noch vor jeglicher Verwendung in einem Versuch als „Überschuss“ getötet, davon etwa 3,9 Millionen allein in Deutschland. Des Weiteren erlitten über eine Million Versuchstiere in der EU den höchsten Grad an Schmerzen, Leiden und Schäden.»

Quelle: www.tierschutzbund.de

Zu diesen Tieren zählen Mäuse, Ratten, Fische, aber auch Kaninchen, Hunde, Katzen, Schweine, Pferde, Affen und andere.

Der Großteil davon - nämlich 58 % - wird für Grundlagenforschung «verbraucht», aber immerhin 19 % halten für die Herstellung oder Qualitätskontrolle medizinischer Produkte her.

Viele Alltagswehwehchen kann man mit einfachen Hausmitteln in den Griff bekommen. Kräutertee und selbst gemachte Hausmittel werden nicht an Tieren getestet und wenn der Verbrauch an Arzneimitteln sinkt, sinkt vielleicht auch diese erschreckend hohe Zahl an Tierversuchen. … So ist jedenfalls meine Hoffnung.

Heilpflanzen haben aber auch einen Haken!

Um Heilpflanzen für sich nutzen zu können, muss man sich ein bisschen mit ihnen beschäftigen und sie kennenlernen. Denn sonst kann es schnell passieren, dass

  • man sie falsch zubereitet und sie dadurch nicht wirken,
  • dass man die falsche Heilpflanze auswählt und dadurch keine Verbesserung sieht oder
  • dass beim eigenen Sammeln nicht die richtige Pflanze im Körbchen landet.

Fazit

Heilpflanzen haben jede Menge Vorteile, aber um sie für sich nutzen zu können, muss man sich einen Grundschatz an Wissen zulegen. Ich empfehle dabei immer langsam vorzugehen und Pflanze für Pflanze zu lernen. Es macht viel mehr Sinn, wenige Pflanzen richtig gut zu kennen, als viele Pflanzen nur ein bisschen.

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