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Schlafstörungen - ein Symptom des Burnouts

ein Gastbeitrag von Kerstin Böcker

Dich quälen nicht nur deine schlaflosen Nächte, sondern auch deine körperliche und emotionale Schwäche?

Weißt du noch, was zuerst da gewesen ist? Die körperliche und emotionale Schwäche oder die Schlaflosigkeit? Meistens gehen andere Symptome den Schlafproblemen voraus, wenn es sich um einen Burnout handelt. Leider nehmen viele Betroffene es bis dahin gar nicht wahr oder wollen es nicht wahr haben. Erst mit den Schlafstörungen werden sie hellhörig, bzw. so kraftlos, dass sie nach Lösungen und Hilfe suchen.    

Schlafstörungen im Burnout

Schlafstörungen, die sich im Burnout entwickeln, rauben dir deine letzte Energie. Wie oft habe ich mir gewünscht, dass die Nacht endlich vorüber ist und ich wieder aufstehen darf. Eine schreckliche Zeit. Ich weiß noch genau, wie ich vor mich hin jammernd im Bett gelegen habe. Irgendwann taten mir alle Knochen weh und ich fühlte mich wie gefesselt. Für das Aufstehen fehlte mir die Kraft. Alle 30 Minuten ging mein Blick zur Uhr - es war noch nicht morgens. Dann irgendwann gegen Morgen konnte ich endlich schlafen - völlig kraftlos und erschöpft. Nur dann war nicht mehr an schlafen zu denken. Mein Kind wollte versorgt werden. Ich schleppte mich durch den Tag. Abends hatte ich schon Bange vor der nächsten Nacht. Bis es soweit war, dass ich eine regelrechte Angst vor den Nächten entwickelt habe. Die Schlafstörungen, der daraus resultierende Nervenzusammenbruch und der Hörsturz waren sozusagen die Krönung meines eigenen Burnouts.

Wann weiß ich, dass meine Schlafstörungen mit einem Burnout zusammen hängen?

Ein Burnout bedeutet nicht nur körperlich und emotional eschöpft zu sein. Dafür bedarf es etwas mehr.

In all den Jahren in meiner heilpraktischen Praxis habe ich festgestellt, dass alle von Burnout Betroffenen 5 gemeinsame Eigenschaften zeigen:

→ Sie leiden unter Perfektionismus. Sie haben das Helfer-Syndrom. Sie können nicht Nein sagen. Sie überfordern sich ständig und erlauben sich keine Pausen. Sie kennen keine geeignete Stressbewältigungsstrategie.
Jede dieser Eigenschaften beeinflusst eine andere. Es ergibt sich ein nicht endender Kreislauf. Frauen sind davon sehr häufig betroffen. Aus diesen Eigenschaften heraus ist zu erkennen, dass von Burnout Betroffene sich wenig bis gar nicht mit sich selbst beschäftigen. Viele nehmen dazu eher eine regelrechte Abwehrhaltung ein. Wenn es zum Beispiel um das Meditieren geht, ist ihnen die Musik zuwider oder die Stimme passt nicht. Sie werden unruhig und innerlich staut sich die Wut auf.  

Für Kinkerlitzchen ist keine Zeit!

„Das geht schon. Alles gut. Ich brauche das nicht.“ sind die liebsten Sätze. Bis dahin geht alles noch ganz gut. Sicherlich spüren sie, dass die Energie immer weniger wird, aber sie bekommen sich immer wieder eingefangen. Irgendwie. Aus diesem selbstgewählten Stress kommen sie immer wieder heraus in ein leichtes Hoch. Solange nichts unerwartetes passiert, ist alles gut. Trifft sie aber das Schicksal, brechen sie zusammen. Das kann ein Unfall, ein Pflegefall in der Familie, ein Todesfall, ein Betrug, eine Kündigung eines Kollegen und die daraus resultierende Mehrarbeit, Mobbing der anderes sein. Etwas durch äußere Umsände Hervorgerufenes, etwas, was sie sich nicht ausgesucht haben. Jetzt steigt der Stress ins Unermessliche.

Im Burnout ist das Stressempfinden grenzenlos.

Der Stress war zuvor schon nicht klein. Jetzt ist er so hoch, dass dier perfekte Garten keine Kraft mehr gibt. Sie beginnen sich Vorwürfe zu machen, dass sie nun gar nichts mehr schaffen. Manche reden sich ein, dass sie nicht gut genug sind. Ich dachte sogar, ich wäre nur faul. Selbstzweifel machen sich breit, Sinnfragen kommen immer häufiger in den Gedanken vor und sie stellen alles infrage, selbst eine harmonische Paarbeziehung. Spätestens jetzt beginnen die Schlafprobleme. Das nächtliche Grübeln nimmt seinen Lauf: „Wie sollst du das alles bewerkstelligen? Warum muss ich immer alles allein machen?“ „Jetzt hast du gar keine Zeit mehr für dich.“ „Andere schaffen das doch auch alles, warum kann ich das nicht?“ „Ich bin nicht gut genug.“ „Warum mach ich das eigentlich alles?“ Unbewusst spürst du, dass du jetzt gar kein eigenes Leben mehr führen kannst.

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Beachte diese 6 Regeln, wenn du deinen Stress bewältigen und wieder ruhig schlafen möchtest:

Regel N°1

Zuerst möchte ich die empfehlen, dass du dir in Zukunft erlaubst 80 anstatt 110 Prozent zu geben. Alleine diese Erlaubnis heilt tiefe Wunden, die nicht erst jetzt entstanden sind.

Regel N°2

Akzeptiere, dass du kein Übermensch bist. Du bist du und du brauchst Pausen, Ruhe und Zeit zum Durchatmen. Nimm dir jeden Tag 10 Minuten eine Auszeit! Verbringe diese Zeit nicht vor dem Fernseher oder auf Facebook. 10 Minuten ganz ohne Ablenkung. Vielleicht versuchst du eine kleine, geführte Meditation.

Regel N°3

Lerne, Dinge liegen zu lassen. Richtig, sie erledigen sich nicht von allein. Aber wenn du gerade die Möglichkeit hast, zum Beispiel ein Fußbad zu nehmen, dann bevorzuge das, anstatt den Geschirrspüler aus-und wieder einzuräumen.

Regel N°4

Rede über deine Gedanken und Zweifel. Beziehe deinen Partner ein und gebe Aufgaben ab oder bite deine Familie, dich zu unterstützen. Erlaube dir, um Hilfe zu bitten. Akzeptiere, dass du Unterstützeung brauchst und nimm sie an.

Regel N°5

Ernähre dich gesund und trinke genug Wasser! Denn nicht nur deine Seele ist ausgebrannt, sonder auch dein Körper. Bestimmt hast du Lust auf kalorienhaltiges Zeug. Meide es lieber und greife auf vitalstoffreiches Essen zurück. Nüsse, grünes Gemüse, Knochenbrühe sind wahre Energielieferanten.

Regel N°6

Erschaffe dir eine Morgenroutine und ein Abendritual.

Über die Autorin

Kerstin ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Hypnosetherapeutin und Bachelor of Arts in Fitnessökonomie. Sie lebt mit ihrer kleinen Familie auf dem Land umgeben von Wasser, Wiesen und Wald.

Yoga und Meditieren gehören seit ihrem eigenen Burnout in ihr Leben. Ihre Leidenschaft ist anderen von Burnout Betroffenen zu zeigen, wie sie sich selbst behandeln und wieder zu mehr Kraft und Energie kommen, um wieder glücklich und zufrieden leben zu können.

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