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Foto: Ruby Nagel

Essbare Wildpflanzen und Kräuter sammeln im Februar

Seit der Wintersonnenwende Mitte Dezember fließen ganz langsam die Pflanzenkräfte wieder aus der Wurzel raus nach oben. Einige Wochen lang bleibt das Spektakel für unser menschliches Auge nicht sichtbar, aber jetzt im Februar kommen die ersten Triebe, Blätter und Blüten.

Hier in diesem Blogartikel zeig ich dir eine Auswahl an Wildpflanzen und Kräutern, die du im Februar finden kannst und wofür sie angewendet werden.

Wichtig: Auf einigen großen Internetseiten, die Wissen über Kräuter vermitteln, wirst du lesen können, dass du im Februar noch die letzten Wurzeln sammeln kannst. Ich denke, das ist falsch und nicht gut für die Pflanze.

Wurzeln, Blätter, Blüten zu sammeln, bedeutet immer auch der Pflanze eine kleine Öffnung oder Verletzung zuzuführen, die sie wieder schließen muss. Stell es dir wie eine Art „Wundheilung“ vor.

Wenn wir jetzt Wurzeln sammeln und eine Wunde im Wurzelbereich zuführen, obwohl sie ihre Kräfte nach oben schickt, um neue Triebe zu entwickeln, stören wir ihren Rhythmus.

Bitte sammele nur Pflanzen, die du 100 % bestimmen kannst! Wenn du dir nicht sicher bist, lass die Pflanzen stehen.

Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana)

Der Haselnussbaum steht im Februar in voller Blüte – man sieht sie schon von Weiten, denn der Haselstrauch hat noch keine Blätter, aber schon 1000 Blüten.

Ich finde, sie hängen wie Kommas in der Luft.

Jetzt ist die Zeit, um Haselkätzchen zu ernten. Aber nur so viele, wie man gerade braucht, denn die Blütenkätzchen sind auch Futter für die Insekten.

Sie regen den Stoffwechsel und den Kreislauf an, entschlacken, wirken schweißtreibend und enthalten viele wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Eisen.

Es bietet sich eine kleine Haselkätzchen-Teekur an. Dafür übergießt man 1-2 EL Haselkätzchen mit heißem Wasser, lässt es abgedeckt 7 Minuten ziehen und trinkt ihn ungesüßt. 2x täglich 1 Tasse.

Die Haselkätzchen können auch in die ersten Wildkräutersmoothies oder –salate gegeben werden.

Veilchen (Viola odorata)

Das Veilchen liebt Laubwälder, Waldränder und Wald- und Wiesenwege. Es wächst gerne an halbschattigen Orten.

Wenn du das Veilchen entdeckst, dann knie dich zu ihm runter und rieche seinen wunderbaren Duft. In Fertigprodukten finde ich Veilchenduft meistens schrecklich, aber der echte Duft der Blüten bezirzt regelrecht.

Im Februar werden die Veilchenblüten gesammelt.

Sie lösen und beruhigen festsitzenden Husten, stärken bei einer Erkältung, wirken gegen Bakterien, Pilze und Viren, senken Fieber und treiben den Schweiß, beruhigen Kopfschmerzen und glätten und erweichen Narben. Veilchenblüten beruhigen die Magenschleimhaut, sind bei Verstopfung leicht abführend und beruhigen die Nerven.

Die Veilchenblüten werden innerlich als Tee oder Tinktur und äußerlich als Ölauszug oder Salbe angewendet.

Als kleines Leckerli zum Frühstück kann man aus den Blüten ein Veilchengelee herstellen und natürlich sehen die Blüten im Salat oder auf einem Kuchen sehr schön aus.

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Das Lungenkraut mag halbschattige bis schattige Standorte.

Bei uns im Wald stehen jede Menge davon. Sie sind eine echte Augenweide: zarte rosa-blau-violette Blüten und rau behaarte, mit weißen Flecken versehene Blätter.

Die ersten jungen Blätter kann man in Wildkräutersalaten und –suppen essen. Sie schmecken mild, ganz leicht bitter und irgendwie nach Kohl.

Als Heilpflanze wird das Lungenkraut schon seit dem Mittelalter benutzt. Hildegard von Bingen empfahl es gegen Lungenleiden und Atemwegserkrankungen – ganz wie sein Name schon sagt.  

Am meisten wird das Lungenkraut als Tee, Tinktur oder homöopathisch angewandt.

Es unterstützt bei grippalen Infekten und Erkältungen, die mit Auswurf, Husten und verschleimten Luftwegen einhergehen.

Vogelmiere (Stellaria media L.)

Die Vogelmiere blüht fast das ganze Jahr über. Sie verbreitet sich rasend schnell, bedeckt den Boden wie ein grüner Teppich und wird von Gärtnern oft als Unkraut verkannt.

Dabei schmeckt sie lecker im Wildkräutersalat und enthält ganz viel Vitamin A und C.

Sie wächst an Wegesrändern und in Menschennähe.

Vogelmiere ist eines der Wildkräuter, die in der Küche total begehrt sind. Man kann daraus Pesto machen, es Smoothies und Wildkräutersalaten beigeben, zu Kartoffel und Reis essen, als Kräuterquark oder in Kräuterbutter oder zu einem pflanzlichen Aufstrich weiterverarbeiten.

Benutzt wird das ganze Kraut. Es schmeckt mild und ein bisschen nach Erbse.

In der Naturheilkunde zählt es zu den Frühlingskräutern, die das Blut reinigen und den Körper entschlacken. Es kräftigt, hemmt Entzündungen, treibt den Harn, löst Schleim und stillt Schmerzen.

Äußerlich benutzt man den Tee für Waschungen, Umschläge und Bäder bei entzündeten Augen, Hämorrhoiden, Quetschungen, Wunden und Juckreiz.

Kneip verordnete es bei Husten wegen seiner schleimlösenden, entzündungswidrigen Wirkung.

 

Rezept für eine (fast) rohe Vogelmiere-Suppe:

In einen Mixer frische, junge Vogelmiere, etwas Olivenöl, Knoblauch und eine Prise Salz geben. Etwas Wasser dazu und mixen.

1, 2 gedünstete Kartoffeln dazu und noch mal mixen. Die Kartoffeln sollten nur kurz gemixt werden, ansonsten werden sie eine gummiartige Masse.

Die Suppe wird entweder kalt gegessen oder vorsichtig ganz minimal erwärmt. Erhitzt man sie zu schnell und zu stark, verwandelt sich ihr schönes Grün in ein unappetitliches Braun.

Fichtennadeln (Picea abies)

Wenn du das nächste Mal in einer Fichtenlichtung stehst, dann trau dich, deine Schuhe auszuziehen und den mit Fichtennadeln bedeckten Boden direkt unter deinen Füßen zu spüren. Es fühlt sich an wie ein Teppich und federt leicht nach. Total angenehm.

Fichtennadeln wirken antibakteriell, schweißtreibend und schleimlösend. Sie regen die Durchblutung an und sind deshalb erwärmend.

Wer jetzt im Februar von einer Erkältung mit Husten, Fieber und Muskelkater geplagt ist, dem tut ein Fichtennadelbad sehr gut. Sein harzig, aromatischer Duft befreit die Atemwege.

Rezept für ein Fichtennadelbad

Normalerweise werden die jungen Fichtentriebe zu Pflanzenmedizin verarbeitet, allerdings stecken die erst im April ihre Nase heraus. Für dieses Fichtennadelbad kann man allerdings auch sehr gut den Neuwuchs vom letzten Jahr benutzen. Fichtennadeln, die schon härter sind.

Für 1 Vollbad mixt du ca. 5 EL Fichtennadeln zu einem Pulver und gibst es anschließend mit 100 g Salz, und 1 EL Bio-Olivenöl in das Badewasser.

Bärlauch (Allium ursinum)

Nach einem milden Winter zeigt sich der Bärlauch gerne schon im Februar.

Aber Achtung, bevor du auf Bärlauch-Jagd gehst, informiere dich gut, denn er hat giftige Doppelgänger: die Herbstzeitlose und das Maiglöckchen.

Obwohl sie sich in den meisten Wachstumsphasen nicht so ähnlich sehen, gibt es trotzdem einen kurzen Zeitraum, wo keine von ihnen blüht und ihre Blätter sich ähneln. Vor allem, wenn man noch kein geschultes Auge hat. Also: Vorsichtig sein und vor’m Sammeln richtig belesen oder jemanden fragen.

(Die Herbstzeitlose steht im Gegensatz zum Bärlauch eher auf Wiesen und nicht im Wald, aber das weiß man als Anfänger nicht unbedingt.)

 

Der Bärlauch liebt feuchte, humusreiche Laubwälder. Er gehört zu den kräftigenden Frühlingskräutern, die das Blut reinigen, den Körper entsäuern und entgiften, die Durchblutung fördert, den Appetit anregt und die Verdauung verbessert und Entzündungen hemmt.

Auch den Bärlauch kann man klasse im Frühjahr in seinen Speiseplan einbauen: z.B. als Pesto, Brotaufstrich, Suppe, in Wildkräutersalaten und –smoothies oder als Gemüsebeilage.

Naturheilkundlich benutzt man die Bärlauchtinktur.

Huflattich (Tussilago farfara)

Tussilago farfara – so ein schöner Name und so eine tolle Heilpflanze und trotzdem gilt er bei Unwissenden als Unkraut. Vielleicht auch deshalb, weil er extrem widerstandsfähig ist und kaum auszurotten geht. Seine unterirdischen Ausläufer verbreiten sich in alle Himmelsrichtungen und bilden ein meterlanges, tief verwurzeltes Netz.

In der Pflanzenheilkunde wird der Huflattich innerlich für Atemwegsbeschwerden und äußerlich bei Hautproblemen eingesetzt: bei Husten, Heiserkeit, Verschleimung der Atemwege, bei asthmatischen Beschwerden, Schürfwunden, Abszessen, Verstauchungen und Quetschungen.

Für den Hausgebrauch kann man Huflattichblüten trocknen und räuchern. Sie riechen leicht nussig, warm und schaffen eine positive Raumenergie. Er baut auf, macht gute Laune und gibt das Gefühl von Geborgenheit und Schutz.

Fazit:

Langsam erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf.

Wenn der Winter mild war, kann man auch im Februar schon Kräuter wie Spitzwegerich, Löwenzahn, Scharbockskraut, Brennnessel oder zarte Schafgarbenblätter finden.

Wie dir vielleicht aufgefallen ist, liegen die Hauptschwerpunkte dieser Pflanzen auf Husten/Erkältung und Blutreinigung/Detox. Interessant, oder? Genau das, was der Mensch um diese Jahreszeit braucht.

Viele Menschen quälen sich im Februar mit Erkältungen herum und das Frühjahr ist einer der 2 Momente im Jahr, in dem man seinen Körper entschlackt und entgiftet.

 

Die Sammelsaison beginnt so richtig im März. Mit der wärmer werdenden Jahreszeit ploppt das frische Grün aus allen Richtungen auf und wir können jede Menge Pflanzen finden, die uns fit erhalten, unseren Körper von innen heraus reinigen und eine ordentliche Portion Frühlingsvitamine geben.

Wenn du lernen möchtest, Wildkräuter und Heilpflanzen in Pflanzenmedizin zu verarbeiten und sicher anzuwenden und wenn du deine eigene Gesundheit und die deiner Familie positiv und natürlich unterstützen möchtest, dann lies hier weiter. (Klick.)

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