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Foto: Ruby Nagel

Essbare Wildpflanzen und Kräuter sammeln im märz

Man kann förmlich zusehen, wie die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht. Manche Pflanzen sind noch schüchtern, mit Schlaf in den Augen. Andere stehen in voller Pracht.

Der Frühlingsanfang und die Frühlings-Tagundnachtgleiche sind nicht mehr weit.

In diesem Blogartikel zeig ich dir eine Auswahl an Wildpflanzen und Kräutern, die du im März findest und wofür sie angewendet werden.

Wichtig: Auf einigen großen Internetseiten, die Wissen über Kräuter vermitteln, wirst du lesen können, dass du im März Wurzeln sammeln kannst. Ich denke, das ist falsch und nicht gut für die Pflanze.

Wurzeln, Blätter, Blüten zu sammeln, bedeutet immer auch der Pflanze eine kleine Öffnung oder Verletzung zuzuführen, die sie wieder schließen muss. Stell es dir wie eine Art „Wundheilung“ vor.

Wenn wir jetzt Wurzeln sammeln und eine Wunde im Wurzelbereich zuführen, obwohl sie ihre Kräfte nach oben schickt, um neue Triebe zu entwickeln, stören wir ihren Rhythmus.

Bitte sammele nur Pflanzen, die du 100 % bestimmen kannst! Wenn du dir nicht sicher bist, lass die Pflanzen stehen.

Taubnessel (Lamium album)

Die Taubnessel gehört zu den Frühjahrskräutern, die besonders für Hummeln als Futter dient. Im Gegenzug verdankt die Taubnessel der Hummel ihr Überleben, denn die Hummel bestäubt ihre Blüten. Wenn später die reifen Samen aus den Blüten fallen, helfen die Ameisen dabei, sie in entferntere Gegenden zu transportieren. Dadurch kann die Taubnessel „reisen“ und neue Standorte erobern.

Ihr Aussehen erinnert an die Brennnessel. Die Taubnessel gehört aber zu den Lippenblütlern (und nicht zu den Brennnesselgewächsen) und ihre Haare brennen im Gegensatz zu den der Brennnessel nicht. Im Gegenteil. Sie fühlt sich eher weich an.

In der Pflanzenheilkunde verwendet man die Blüten. Sie unterstützen vor allem die weiblichen Urogenitalorgane – das heißt bei Entzündungen oder Reizungen der Genitalschleimhäute, bei Weißfluss, Eileiterentzündungen, zur Stärkung der Gebärmutter, bei Reizblasen und ständigem Harndrang.

Aber auch bei leichtem Krampfhusten und leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum kann die Taubnessel prima unterstützen.

Man wendet sie als Tee, Tinktur, Sitzbad und für Spülungen und Waschungen an.

An manchen Standorten blüht sie eventuell erst im April.

Ehrenpreis (Veronica officinalis)

Allerweltsheil wird sie in manchen Gegenden genannt. Oder auch Grindheil, Wundkraut und Viehkraut.

Oftmals wird die Pflanze als Unkraut im Garten herausgezogen und auf den Kompost geworfen - seine Heilwirkung aus der Volksheilkunde ist in Vergessenehit geraten.

Früher war der Ehrenpreis sehr beliebt. Man bereitete aus dem blühenden Kraut einen Tee und benutzte ihn bei Husten und Erkältungen, zum Gurgeln bei Schleimhaut- und Rachenentzündungen, gegen Ekzeme und Hautjucken, bei Appetitlosigkeit, Leber- und Nierenbeschwerden und bei Magenproblemen.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Der Löwenzahn ist eine echte Wetterstation. Bei schönem Wetter öffnet er seine Blüten schon morgens um 5h und zum Sonnenuntergang schließt er sie wieder. An trüben Regentagen gehen sie gar nicht erst auf.

Im Frühjahr sammelt man seine Blätter und Blüten und bereitet sie zu einer Tinktur oder einem Tee zu. Aber auch in den Speiseplan kann man den Löwenzahn prima mit einbeziehen. Seine Blätter und Blüten schmecken sehr lecker im Salat. Die Blätter sind leicht bitter, aber Bitterstoffe sind sehr wichtig für eine starke Gesundheit.  

Die Wirkstoffe des Löwenzahns unterstützen bei Leber- und Gallenproblemen, regen den Appetit an, entgiften und entschlacken den Organismus, unterstützen bei Diabetes mellitus und bei Hautproblemen wie Ekzeme oder Neurodermitis.

Die Wurzel des Löwenzahns wird erst im Herbst gesammelt.

 

Brennnessel (Urtica dioica)

Die Brennnessel und der Löwenzahn werden gerne zusammen benutzt, denn sie ergänzen sich wunderbar.

Im Frühjahr sammelt man die frischen Triebe der Brennnessel. Ab dem Frühsommer kann man auch die Früchte ernten. Die sind sehr eiweißhaltig und verbessern die Spermabildung beim Mann und die Fruchtbarkeit bei der Frau.

Die Wurzel, deren Wirkstoffen Männer mit Prostatabeschwerden helfen, sammelt man im Herbst. Die Wurzel unterstützt besonders bei Resturin und Problemen beim Wasserlassen bzw. nächtlichem Wasserlassen.

Jetzt im Frühling benutzt man die frischen Triebe zum Entgiften und Entschlacken. Eine wahre „Verjüngungspflanze“ ist die Brennnessel, Sie steigert die Nierenleistung und dadurch werden das Blut, die Lymphe und alle Organe gereinigt.

Aber auch auf dem Teller ist die Brennnessel sehr lecker. Man kann sie als Pesto zubereiten, in Smoothies geben, wie Spinat kochen oder die berühmte Brennnesselsuppe daraus zaubern.

 

Gundelrebe (Glechoma hederacea)

Die Gundelrebe erlöst von der Idee, immer alles alleine machen zu müssen. Die wächst als Gruppe, verflochten mit anderen ihrer Artgenossen.

Man sammelt im Frühjahr das blühende Kraut ohne Wurzel und bereitet daraus einen Tee oder eine Tinktur.

Die Gundelrebe (oder auch Gundermann genannt) enthält wichtige Wirkstoffe, die antibiotisch, entzündungshemmend, harntreibend, schleimlösend, wundheilend und entgiftend wirken.

Verwendet wird die Gundelrebe hauptsächlich bei Problemen des Atmungssystems, wie Asthma, Bronchitis, Sinusitis, Husten und Schnupfen. Aber die Gundelrebe stärkt auch die Niere und die Blase (z.B. bei einer Reizblase), wirkt wundheilend (vor allem bei eitrigen Wunden) und hilft dabei, den Organismus im Frühjahr zu entschlacken.                                         

Sein Volksname „Soldatenpetersilie“ weist darauf hin, dass man sie in kleinen Mengen auch essen kann. Zum Beispiel mit anderen Kräutern im Salat gemischt.

Suchst du noch nach dem richtigen Bestimmungsbuch? In diesem Instagram-Post stelle ich ein paar vor. (Klick)

Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Die Brunnenkresse liebt sauberes, langsam fließendes Wasser mit relativ gleichbleibender Temperatur an Quellen, Bächen und Flüssen. 

In manchen Gegenden wird sie auch Bachbitterkraut oder Wasserkresse, Bitterkresse oder Wassersenf genannt.

Sie gehört wie Löwenzahn und Brennnessel zu den entschlackenden Frühlingskräutern und wirkt sich somit positiv auf Gicht, Rheuma und manche Hautkrankheiten aus.

Ihre Wirkstoffe unterstützen außerdem bei Husten und Erkältung, sie stärken die Verdauungsorgane und lindern Nieren- und Blasenprobleme.

Man verwendet vor allem das frische Kraut. Zum Beispiel als Frischpresssaft oder im Salat.

Achtung: Die Brunnenkresse sollte nur in kleinen Mengen verzerrt werden, weil sie ansonsten die Magenschleimhaut reizen könnte.

 

Fazit:

Die Sammelsaison hat endlich begonnen und wir können uns frische Wildkräuter für Smoothies, wilde Salate, Tinkturen, Salben, Essig-Auszüge und viele andere wertvolle Pflanzenschätze ins Haus holen.

Wildkräuter haben eine hohe Konzentration an Wirkstoffen. Fang mit kleinen Mengen an, um deinen Organismus nicht zu überfordern, denn ansonsten könnte es zu Durchfall oder Kopfschmerzen kommen.

Und wie immer gilt natürlich: sammele nur das, was du 100% bestimmen kannst!

 

Willst du lernen, Wild- und Heilpflanzen in Pflanzenmedizin zu verarbeiten und richtig anzuwenden? Dann kann ich dir helfen. Lies einfach hier weiter. (Klick.)

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