Foto: Alvaro Trabazo Rivas | Dreamstime.com
Hafertee Wirkung: Wie grüner Hafertee deine Nerven stärkt
Wenn du viel um die Ohren hast, kennst du sicherlich das Gefühl von hauchdünnen Nerven. >> Die kleinste zusätzliche Belastung fühlt sich an wie eine unüberwindbare Aufgabe, bei der man fast zusammenbricht.
Genau für solche Phasen ist Hafer der Retter in der Not, denn er nährt und stärkt er die Nerven - sanft, aber nachhaltig.
In diesem Artikel erfährst du, wie Hafertee wirkt, wie du Haferstroh richtig anwendest und was die Pflanze sonst noch alles kann.
Hafer als Heilpflanze: 3000 Jahre Erfahrungsmedizin
Hafer (botanisch Avena sativa) wird seit mehr als 3000 Jahren angebaut. Er gilt nicht nur als wertvolles Nahrungsmittel, sondern hat sich auch in der Pflanzenheilkunde fest etabliert.
In der Pflanzenheilkunde kommen sowohl Haferkraut als auch Haferstroh zum Einsatz - beides sind oberirdische Pflanzenteile (Blätter und Stängel), die getrocknet und klein geschnitten werden. Welche der beiden Drogen verwendet wird, hängt von der Anwendung ab: die eine wirkt innerlich, die andere äußerlich.
Haferkraut und Haferstroh >> zwei Arzneidrogen
In der Apotheke begegnen dir zwei unterschiedliche Hafer-Drogen, die beide medizinisch genutzt werden: das Haferkraut (Avenae herba) und das Haferstroh (Avenae stramentum).
Der Unterschied liegt im Erntezeitpunkt: Haferstroh wird nach der Blüte geschnitten, während das Haferkraut bereits vor der Vollblüte geerntet wird. Die Pflanze ist zu diesem Zeitpunkt noch grün, daher auch die Bezeichnung „grünes Haferkraut“. Bisherige Untersuchungen zeigen, dass sich die Inhaltsstoffe beider Drogen nur wenig unterscheiden.
Die traditionellen Einsatzbereiche unterscheiden sich allerdings: Haferstroh kommt vor allem äußerlich zum Einsatz. Klassischerweise als Haferstrohbad bei entzündlichen und juckenden Hauterkrankungen. Das Haferkraut hingegen wird innerlich angewendet - z. B. als Tee oder Tinktur zur Stärkung der Nerven.
Hafertee Wirkung: Was Haferkraut für deine Nerven tut
Hafer enthält eine ganze Reihe wichtiger Mineralien, Vitamine und Pflanzenstoffe, die ihn zu einer der wichtigsten Heilpflanzen gegen Erschöpfungszustände machen. Für die innerliche Anwendung - also für Tee und Tinktur - kommt dabei das Haferkraut zum Einsatz. Im Folgenden gehe ich genauer auf die einzelnen Wirkungen ein.
Haferkraut stärkt die Nerven
Hafer hilft besonders dann, wenn du das Gefühl hast, aus deinem natürlichen Rhythmus geraten zu sein … gejagt und gehetzt von zu vielen Terminen und Aufgaben, als wäre ein 24-Stunden-Tag einfach zu kurz.
Hafer stärkt und nährt die Nerven und macht uns dadurch belastbarer. … vielleicht zum besseren Verständnis: er macht das nicht mit einem riesen Feuerwerk, sondern es passiert Schritt für Schritt bei täglicher Anwendung über Wochen hinweg und er stärkt von innen heraus.
Wichtig dabei: Hafer soll nicht dazu dienen, noch mehr zu schaffen. Pausen bleiben essenziell, damit Muskeln und Nerven sich wirklich entspannen können. Aber Hafer hilft dir, arbeitsintensive Phasen besser zu meistern und dich danach schneller zu erholen.
Haferkraut bei Schlafproblemen
Haferkraut wirkt auch unterstützend bei Schlafstörungen, die durch Nervosität entstehen, denn es beruhigt die Nerven und hilft dadurch, innere Unruhe abzubauen.
Wie viele Heilpflanzen wirkt Hafer sanft und braucht eine regelmäßige Anwendung, um sein volles Potenzial zu entfalten. Wer also seinen Schlaf-wach-Rhythmus ins Lot bringen möchte, sollte Hafertee über einen längeren Zeitraum testen. Aber die Geduld zahlt sich aus, wirst du sehen.
Haferkraut zur Unterstützung des Stoffwechsels
Haferkraut-Tee wird in der Naturheilkunde traditionell zur Unterstützung von Stoffwechsel- und Ausscheidungsprozessen verwendet. Durch seine leicht harntreibenden Eigenschaften kann er die natürliche Ausscheidung über die Nieren fördern. Darüber hinaus enthält Haferkraut bioaktive Pflanzenstoffe, die dabei unterstützen, Entzündungen zu hemmen und den Säure-Basen-Haushalt auszugleichen.
Wenn dich der Zusammenhang zwischen körpereigene Entgiftung und Entspannung interessiert, findest du hier weitere Artikel:
Haferstroh für die Haut
Ein Vollbad oder eine Waschung mit Haferstroh-Sud wirkt entzündungshemmend, zusammenziehend und lindert Juckreiz.
Zubereitung für das Badewasser:
50–100 g getrocknetes Haferstroh in 2 Liter Wasser geben, 30 Minuten kochen, abfiltern und dem Badewasser hinzufügen.
Grüner Hafertee und Hafer-Tinktur: So wendest du sie an
Haferkraut kann auf zwei Arten zur innerlichen Anwendung genutzt werden: als Tee oder als Tinktur.
Haferkraut-Tee zubereiten
- 1 EL Haferkraut mit 250 ml heißem (nicht kochendem) Wasser übergießen
- 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen
- Abfiltern
- 3 Tassen pro Tag trinken
Haferkraut gehört zu den Heilpflanzen, die etwas Zeit brauchen, um zu wirken – dafür stärken sie die Nerven aber nachhaltig und von innen heraus.
Hafer-Tinktur
Die Tinktur hat den Vorteil, dass keine Zubereitung nötig ist: Einfach morgens und abends die empfohlenen Tropfen einnehmen.
Hafer in der Ernährung: Mehr als nur Tee
Auch als Lebensmittel ist Hafer ein echtes Kraftpaket und kann den Effekt von Haferkraut-Tee oder Tinktur zusätzlich unterstützen.
Hafermilch selber machen
Hafermilch ist eine gute pflanzliche Alternative zu Tiermilch, leichter verdaulich und stärkt den Körper von innen.
Zutaten:
- 1 l Wasser
- 50 g Haferflocken
- optional etwas Dattel-, Ahorn- oder Agavensirup
Zubereitung:
Alle Zutaten in einen Mixer geben und 3–4 Minuten mixen, bis eine Milch entsteht. Anschließend durch ein feines Sieb oder Tuch abfiltern, in eine saubere Flasche füllen, im Kühlschrank lagern und innerhalb von 3 Tagen aufbrauchen. Die Hafermilch eignet sich auch wunderbar für Smoothies.
Hafersprossen und Haferkeimlinge
Sprossen und Keimlinge sind noch nährstoffreicher als Haferflocken und lassen sich ganz einfach auf der Fensterbank ziehen.
Du brauchst:
- Ein Sprossenglas (erhältlich im Bioladen, Reformhaus oder bei DM)
- Eine Packung Nackt-Hafer
So geht’s:
Die Körner 8 Stunden (z. B. über Nacht) in Wasser einweichen, danach in das Sprossenglas geben und täglich einmal durchspülen. Nach 2-3 Tagen hat jedes Korn einen Keim und kann gegessen werden. Lecker im Salat, auf Brot oder über jedem Gericht.
Haferbrei für Menschen, die schnell frieren
Ein warmer Haferbrei tut besonders fröstelnden Menschen gut, denn er wärmt und nährt von innen. Mit Rosinen, klein geschnittenem saisonalem Obst, einer Prise Salz und Sonnenblumenkernen oder Haselnüssen wird daraus ein sättigendes, stärkendes Frühstück. Im Winter reibe ich gerne noch frischen Ingwer dazu.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Keine bekannt.
Kurzer Heilpflanzensteckbrief:
- Botanische Bezeichnung: Avena sativa L.
- Andere Namen: Saat-Hafer, Echter Hafer, Flughafer (für Wildformen)
- Familie: Süßgräser (Poaceae/Gramineae)
- Blütezeit: Juni - August
- Erntezeit: Haferkraut vor der Vollblüte (Juni/Juli), Haferstroh nach der Blüte (Juli/August)
- Standort: sonnig, nährstoffreicher, lockerer Boden
- Medizinisch verwendeter Pflanzenteil: oberirdische Pflanzenteile – Haferkraut (innerlich) und Haferstroh (äußerlich)
- Anwendungsformen: Tee, Tinktur, Bad, Homöopathie
- Wuchsform: einjährige Kulturpflanze (Getreide)
- Erkennungsmerkmale: schmale, lineale Blätter mit parallelen Blattnerven, hohle Halme, locker überhängende Rispen mit den charakteristischen Haferkörnern
- Anbau: klassische Feldkultur, eignet sich aber auch für den Anbau im Garten oder Hochbeet
- Wirkstoffe: u. a. Flavonoide, Ballaststoffe, Vitamin B1 und B6, Magnesium, Eisen, Zink, Mangan, Saponine, Kieselsäure
Kurz und knackig: das bewirkt Hafer als Heilpflanze
- stärkt und nährt die Nerven
- beruhigt
- bei nervös bedingten Schlafproblemen
- macht stressresistenter
- nach großen Anstrengungen und langer Krankheit
- hilft, in seinem eigenen Rhythmus zu bleiben
- wirkt entzündungshemmend
- gegen Juckreiz
- bei sensibler, geröteter Haut
- bei Ekzemen und Neurodermitis
- stärkt Haut und Nägel
- „entschlackt“ und reinigt den Körper
- unterstützt den Säure-Basen-Haushalt des Körpers
Ist Entspannung ein Thema für dich?
➔ Dann hol dir hier 5 DIY-Rezepte für entspannende Hausmittel mit Heilpflanzen zum Nachmachen.
➔ oder buche dir mein Webinar „Tschüss Stress“, um Dank Heilkräutern und einfachen Übungen wieder mehr Ruhe in deinen Alltag zu holen
Und falls du dir fundiertes Heilpflanzenwissen aneignen willst:
➔ begleite ich dich gerne dabei.
In meinem Kräuterkurs lernst du nicht nur einzelne Pflanzen kennen, sondern verstehst auch:
- wie sie wirken,
- wie man sie traditionell und heute anwendet,
- mögliche Grenzen
- und die sichere Verarbeitung im Alltag.
Schritt für Schritt baust du dir ein fundiertes Wissen über heimische Heilpflanzen auf! Verständlich erklärt, praxisnah und naturverbunden.
… Denn altes Kräuterwissen ist unglaublich wertvoll. Und ich finde, es verdient es, bewahrt und weitergegeben zu werden.
→ Hier geht’s zu meinem Kräuterkurs „Mein Kräuterjahr“: https://rubynagel.com/kraeuterkurs-online-mein-kraeuterjahr/
zum Newsletter anmelden (immer sonntags):
© 2008-2026 Ruby Nagel, All rights reserved
Diese Webseite wird zu 100% durch Strom aus Wasserkraft betrieben.






