Schlaftee – beruhigt die Verdauung und entspannt deine Nerven (DIY-Rezept)

Der Schlaftee, der deine Verdauung beruhigt und die Nerven entspannt  (DIY-Anleitung zum Selbermachen)

Foto: Ruby Nagel

Stell dir deinen eigenen Schlaftee her - mit dieser einfachen Anleitung!

Sag mal, bist du eigentlich Teetrinker? Mischt du dir deinen Tee selbst oder kaufst du fertige Mischungen im Laden? Oder greifst du bequem zu Teebeutel?

Ich mische selber, denn ich bin absoluter Fan vom Pflanzen sammeln und trocknen. Das macht den Kopf so schön frei.

Am liebsten zieh ich alleine los. Schere und Bast im Rotkäppchenkorb. Und dann ab in den Garten oder raus in den Wald.

Wieder zu Hause angekommen, häng ich die kleinen Pflanzenbündel zum Trocknen auf oder breite die Blütenblätter in die Breite aus. Sie sollen alle im richtigen Rhythmus trocknen, so dass sie ihre tollen Farben behalten (außerdem ist die Qualität der Heilpflanzen dadurch höher).

Und dann, ein paar Tage später, wenn’s ans Abrebeln geht, dann überleg ich mir Rezepte. Je nachdem, welche Gerüche und Geschmäcker zusammen passen. Ich finde, Heiltees sollen nicht nur wirksam sein, sondern auch gut schmecken. …auch wenn das relativ ist. Manchmal muss ein Heiltee bitter sein, um die richtige Wirkung zu erzielen. Allerdings empfinden heute die wenigsten Menschen bitter als lecker. Entwicklungstechnisch wundert es mich gar nicht. Heute sind Nahrungsmittel nicht mehr bitter. Sondern tendenziell eher salzig oder süß. Das Gemüse, das man im Laden –auch im Bioladen- kauft, schmeckt nicht mehr, wie Gemüse früher geschmeckt hat. Diese Erkenntnis hab ich übrigens auch erst gehabt, als ich selbst angefangen habe, mein Gemüse anzubauen. Da hab ich mich anfangs gewundert, wie intensiv eine frischgeerntete Zuchini schmeckt. Oder, dass Mangold fast ein bisschen bitter ist. Dabei ist bitter sowas von wichtig. … aber dazu mehr. Ich bin schon abgeschweift von meinem eigentlichen Thema. Dem Schlaftee.

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Eine meiner leckersten Schlafteemischungen

Ich könnte dir unendlich viele verschiedene Mischungen zusammen stellen, aber diese hier mag ich zur Zeit besonders gerne und deshlab möchte ich sie mit dir teilen: sie besteht aus Fenchel, Melisse und Zitronenverbene.

Eine sehr lecker, runde Symphonie für die Geschmacksknospen! Und weil das drei Klassiker unter den Heilpflanzen sind, findest du sie auch einfach zu kaufen. Schau mal im Bioladen oder im Reformhaus. Online findest du sie z.B. bei diesem Kräuterladen.

Fenchel (Foeniculum vulgare)

Die kleinen Samenkörner, so groß wie ein Kümmelkorn, schmecken intensiv frisch, fast wie Anis. Ich pflücke mir gerne ein paar Körner im Garten ab und kaue darauf herum. Fenchel beruhigt den Magen-Darm-Trakt, hilft zu verdauen, wenn es blubbert und gluckert, vertreibt Darmgase und entspannt alles, was angespannt ist. (Ich benutze auch sehr gerne das ätherische Öl vom Fenchel bei menstrualen Bauchschmerzen. Sehr wirksam!)

 

Melisse (Melissa officinalis)

Die Blätter der Melisse riechen und schmecken zitronig frisch. Melisse streichelt überreizte Nervensysteme und enspannt den Magen-Darm-Trakt. Dank ihr, kannst du dich von Blähungen, Völlegefühl, Abgeschlagenheit und nervöser Unruhe oder Anspannung verabschieden. In meinem Blogartikel über die Melisse kannst du noch mehr über diese tolle Klosterheilpflanze lesen!

Zitronenverbene (Verbena triphylla)

Die Zitronenverbena ist die Süamerikanische Schwester des bei uns einheimischen Eisenkrautes (verbena officinalis). Sie wächst aber auch in unseren Breiten sehr gut – im Topf, auf dem Balkon oder im Garten - so wie bei mir. Auch ihr Geschmack ist leicht zitronig frisch. Und wie sollte es für einen Schlaftee anders sein : auch sie beruhigt die Nerven und entspannt ohne müde zu machen.

Wie bereitest du dir den Schlaftee zu?

Für 1 Tasse: Koch 250ml Wasser auf und lass es etwas abkühlen. Gib eine 3-Finger-Prise von der Kräutermischung in eine Tasse und übergieße sie mit dem heißen Wasser. Eine 3-Finger-Prise ist soviel, wie du mit dem Daumen, Zeige- und Mittelfinger aufnehmen kannst. Schau, dass du auch Fenchelsamen dabei hast. Da die schwerer sind als die Blätter, verkrümeln sie sich gerne auf dem Gefäßboden.

Leg nun eine Untertasse auf die Tasse und warte 10 Minuten. Du kannst danach den Tee abseiden oder auch mit den Blättern trinken.

Als als Ersatz für die Wegwerf-Papier-Teebeutel, kannst du kleine Stoffsäckchen benutzen. Das ist auf Dauer günstiger aber vor allem ökologischer.

Hier eine Nähanleitung für Stoffteebeutel von Julia von happygreenlife.de

Als Faulbärvariante kannst du so etwas in der Art im Bioladen kaufen.

Übrigens: Du kannst dir morgens eine ganze Kanne kochen und den Kräutertee über den Tag verteilt trinken. Auch kalt.

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Du kannst den Schlaftee sogar tagsüber trinken!

Diese Mischung beruhigt deine Verdauung und deine Nerven, aber sie wird dich nicht erschlagen. Du kannst weiterhin Autofahren, arbeiten und konzentriert sein. Im Gegenteil. Wenn du tagsüber auch schon von diesem Kräutertee trinkst, wirst du abends noch entspannter sein. Einfach, weil dein Körper den ganzen Tag über schon Entspannungssignale der Heilpflanzen bekommen hat. Du kannst davon so viel trinken, wie du magst. Idealerweise 3 Tassen am Tag.

 

 

Mische den Schlaftee ganz nach deinem Geschmack

Trau dich, kreativ zu sein. Du kannst nichts falsch machen. Benutze mal mehr Melisse, mal mehr Fenchel, mal mehr Zitronenverbene und finde heraus, wie du’s am liebsten magst.

Du kannst die Pflanzen übrigens auch frisch verwenden, wenn du sie als Topfpflanze im Fensterbrett oder im Garten hast.

 

 

Hast du Lust, dir Heilpflanzen auf dem Balkon oder im Fensterbrett zu ziehen?

Einige pflegeleichte Kräuter lassen sich auch gut im Fensterbrett oder auf dem Balkon ziehen. Stell dir mal vor, du müsstest nur deine Hand ausstrecken und zack wäre das richtige Kraut schon da. Schon fetzig, oder? In Rudi Beisers Buch „Mein Heilpflanzengarten“ kannst du mehr darüber lesen. Rudi Beiser beschäftigt sich seit mehr als 35 Jahren mit Heil- und Wildkräutern. Viele Jahre hat er auf biodynamsiche Weise Tee- und Heilpflanzen angebaut. Heute konzentriert er sich eher auf’s Bücher schreiben und unterrichten.

 

 

Trinkst du abends Tee? Was ist deine Lieblingsmischung und was magst du gar nicht? Erzähl’s mir im Kommentar. Ich antworte dir auch!

Abends Teechen, morgens Morgenroutine. Starte deinen Tag entspannt! Hol dir meine Schritt-für-Schritt-Anleitung und lerne wie’s geht!

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Johanniskraut & Johanniskrautöl: Wirkung, Anwendung & Rezepte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johanniskraut & Johanniskrautöl: Wirkung, Anwendung & Rezepte

Jedes Jahr freue ich mich auf’s Neue auf die leuchtend gelben Blüten des Johanniskrauts. Nicht unbedingt, weil ich tonnenweise davon benutze - im Gegenteil. Vielmehr, weil ich sie als Pflanze schön finde.

Such dir mal einen Spot und dann betrachte sie mal von Weitem und später dann von Nahem. Ich mag ihre Art, wie sie da so ganz gerade ausgerichtet mitten in der Sonne steht und ihr entgegenlacht. Sie ist ein bisschen steif - aber nicht im Sinne von hart (auch wenn einer ihrer Volksnamen Hartheu ist) - sondern eher im Sinne von „ich stehe hier und mich bekommt man hier nicht so leicht weg“. Verstehst du wie ich meine? … Vielleicht empfindest du sie auch anders. Das würde mich mal interessieren.

 

Johanniskraut (Hypericum perforatum) wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt. Besonders bekannt ist es für seine Wirkung auf die Psyche und das Nervensystem. Doch es ist auch eine Leber-und eine Wundheilpflanze. 

In diesem Artikel erfährst du, wie Johanniskraut wirkt, worauf du bei der Anwendung achten solltest und wie du Johanniskrautöl und Johanniskraut-Tee ganz einfach selbst herstellen kannst.

So sieht Johanniskraut aus

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine ausdauernde Heilpflanze, die am liebsten an sonnigen Standorten wächst. Dort tankt sie das Sonnenlicht auf, was sie später an und weitergeben wird. Deshalb zählt sie auch zu den Sonnenheilpflanzen. Du findest es z. B. an Wegrändern, auf trockenen Wiesen, an Böschungen oder lichten Waldrändern. Je nach Standort kann Johanniskraut etwa 30 bis 100 cm hoch werden.

Von Ende Mai / Juni bis September trägt Johanniskraut sein leuchtend schönes, goldgelbes Blütenkleid. Die Blüten stehen in lockeren Blütenständen zusammen und fallen durch ihre langen Staubblätter auf, die wie kleine Sonnenstrahlen aus der Blüte herausragen. An den gelben Blütenblättern sind außerdem auch winzige dunkle Punkte zu erkennen. Das sind Drüsen, die den roten Pflanzenfarbstoff Hypericin enthalten.

Auch die Blätter haben ein besonderes Merkmal: Sie sind länglich-oval, gegenständig angeordnet und wirken gegen das Licht betrachtet wie von vielen kleinen Nadelstichen durchlöchert. Auch diese kleine Löcher sind Öldrüsen. Diese durchlöcherte Erscheinung hat der Pflanze ihren botanischen Namen perforatum eingebracht, was „durchlöchert“ bedeutet.

Ein anderes wichtiges Erkennungsmerkmal ist der Stängel: Beim Echten Johanniskraut ist er aufrecht und hat zwei deutlich erkennbare Längskanten. Dadurch lässt sich die Heilpflanze gut von einigen anderen Johanniskraut-Arten unterscheiden.

Wenn du eine Blütenknospe oder eine frische Blüte zwischen den Fingern zerreibst, verfärbt sich die Haut bzw. das Blütenblatt rötlich bis dunkelrot. Das kommt durch den Farbstoff Hypericin. >> Aus ihm entsteht später die charakteristische rote Farbe des Johanniskrautöls, das deshalb Rotöl genannt wird.

Johanniskraut sicher bestimmen

Achte beim Sammeln besonders auf diese drei Merkmale:

  • den zweikantigen Stängel,
  • die durchscheinenden Punkte in den Blättern,
  • die rote Verfärbung beim Zerreiben der Blüten.

Treffen alle drei Merkmale zu, hast du mit großer Wahrscheinlichkeit Echtes Johanniskraut gefunden.

Johanniskraut Wirkung

Johanniskraut wird seit Jahrhunderten in der Volks- und Erfahrungsheilkunde eingesetzt und zählt mittlerweile zu den am besten erforschten Heilpflanzen Europas. Es wird besonders für seine Wirkung auf Psyche, Nerven und Haut geschätzt, für die verschiedene Pflanzenstoffe wie u. a. Hypericin, Hyperforin, Flavonoide und Gerbstoffe verantwortlich sind. 

Johanniskraut für die Psyche

Besonders bekannt ist Johanniskraut für seine stimmungsaufhellenden Eigenschaften. Deshalb wird es traditionell bei seelischen Belastungen, nervöser Unruhe und Stimmungstiefs eingesetzt. Vor allem, wenn ein Lichtmangel (wie z. B. im Winter) die Beschwerden auslöst. 

Johanniskraut bei innerer Unruhe und Schlafproblemen

Oft wir Johanniskraut als Begleiter in stressigen Lebensphasen genutzt, denn es kann dabei helfen, das Nervensystem zu regulieren und mehr innere Ruhe zu fördern.

Weil Anspannung und Grübeln häufig auch vom Schlafen abhalten, wird Johanniskraut gerne auch bei Einschlafstörungen oder unruhigem Schlaf eingesetzt.

Johanniskraut für die Haut

Äußerlich angewendet gehört Johanniskraut zu den klassischen Heilpflanzen für die Hautpflege. Sicherlich kennst du das aus den Blüten hergestellte Johanniskrautöl, das auch Rotöl genannt wird.

Klassischerweise wird es bei trockener, gereizter oder beanspruchter Haut verwendet, aber auch zur Pflege von Narben, bei Muskelverspannungen oder zur Unterstützung der Hautzellerneuerung nach kleineren Hautverletzungen oder Sonnenbränden. 

Johanniskraut und die Leber

Weniger bekannt ist, dass Johanniskraut auch Einfluss auf bestimmte Stoffwechselvorgänge in der Leber hat. Dort regt es Enzyme an, die für den Abbau verschiedener Stoffe verantwortlich sind.

Genau diese Eigenschaft ist der Grund, warum Johanniskraut mit manchen Medikamenten wechselwirken kann. Bedeutet: Werden bestimmte Arzneimittel gleichzeitig eingenommen, kann die Leber diese unter Umständen schneller abbauen. >> Dadurch sinkt dann die Wirksamkeit der Medikamente und die gewünschte Wirkung bleibt möglicherweise aus.

Betroffen sein können beispielsweise hormonelle Verhütungsmittel, Blutverdünner, einige Antidepressiva, Immunsuppressiva oder andere regelmäßig eingenommene Medikamente.

>> Das gilt vor allem für die Anwendung von hochdosierten Standardpräparaten aus der Apotheke oder bei Langzeitanwendungen. 

Wenn du dauerhaft Medikamente einnimmst, solltest du die Anwendung von Johanniskraut deshalb immer mit deinem/r Therapeuten/in besprechen.

Johanniskrautöl selber machen

Besonders faszinierend finde ich, wie sich das Öl im Laufe der Zeit verändert: Während die Blüten zunächst leuchtend gelb sind, färbt sich das Öl nach einigen Wochen intensiv rot. Verantwortlich dafür sind die Inhaltsstoffe des Johanniskrauts, die während der Auszugszeit in das Öl übergehen. Diese tiefrote Farbe ist sehr charakteristisch für das Öl, weshalb es auch als „Rotöl“ bezeichnet wird. 

Das fertige Johanniskrautöl eignet sich prima zur Hautpflege und wird z. B bei Muskelverspannungen, geröteter Haut, Narben oder zur Massage verwendet. … dazu gleich mehr. 

Johanniskrautöl herstellen

Du wirst unterschiedliche Methoden zur Herstellung von Johanniskrautöl im Internet und in Büchern finden. Es gibt kaum eine Heilmittelherstellung, bei der die Geister sich so sehr scheiden, wie beim Rotöl.

Hier möchte ich dir zeigen, wie ich es mache.  

Für die Herstellung benötigst du:

  • ein sauberes Schraubglas
  • frische Johanniskrautblüten
  • Bio-Olivenöl (oder ein anderes Pflanzenöl, das du magst)

    Zubereitung:

    1. Sammle die Johanniskrautblüten an einem trockenen und sonnigen Tag und gib sie in ein leeres Glas. Gieß soviel Olivenöl darüber, dass die Blüten mindestens 1,5cm mit Öl bedeckt sind.
    2. Lass das Glas an einem warmen Ort 3 Wochen lang durchziehen. (Pralle Sonne lässt das Öl schneller altern. Wenn in deinem Fensterbrett den ganzen Tag Sonne ist, kannst du z. B. eine Socke über das Glas ziehen, um es vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen.) Aus meinem Verständis heraus geht es beim Auszug weniger um Licht und mehr um Wärme. Das Öl und die wärmende Sonne ziehen den Farbstoff Hypericin aus den Blüten, der das Öl schön rot färbt.
    3. Nach 3 Wochen filterst du die Blüten mit einem Stück Stoff ab und stellst das Glas an einen dunklen, kühlen Ort. Das ist wichtig für die Haltbarkeit des Öles. Kühl und lichtgeschützt gelagert hält sich das Johanniskrautöl in der Regel mehrere Monate.

    Das fertige Johanniskrautöl ist eine super Grundlage für Salben. Du kannst es aber auch pur oder mit ätherischem Öl vermischt benutzen.

    Wirkung und Anwendung von Johanniskrautöl

    Johanniskrautöl bei Neurodermitis

    Neurodermitiker haben eine juckende, empfindliche, trockene und schuppige Haut. >> Johanniskrautöl stillt den Juckreiz und macht die Haut feuchter und glatter. Entzündungen klingen ab, gerötete Stellen beruhigen sich und aufgekratzte Partien heilen: ein Segen für alle, die besonders schlimm unter Neurodermitis leiden.

     

    Johanniskrautöl bei Wunden und Sonnenbrand

    Johanniskrautöl wirkt antibakteriel und hilft den Hautzellen, sich schneller zu erneuern und zu regenerieren. >> Genau deshalb kann Johanniskrautöl super bei Wunden angewendet werden. Ganz egal, ob oberflächliche Hautabschürfungen, Schnitt- und Stichwunden oder nach Operationen. Auch bei Sonnenbrand und anderen Verbrennungen wirkt Johanniskrautöl prima. Ich mische es dazu mit ätherischem Lavendelöl, um die Wirkung zu verstärken.

     

    Johanniskrautöl als Gesichtspflege

    Für Menschen mit trockener Haut, ist Johanniskrautöl ein sehr schönes Pflegeöl, das die Tagescreme ersetzt. Man braucht nur ganz wenig. 2-4 Tropfen reichen für das ganze Gesicht, weshalb ich es in eine Pipettenflasche abfülle.

    Kleiner Tipp: Wenn die Haut noch leicht feucht ist, zieht das Öl noch schneller ein.

    (Zum Thema Lichtempfindlichkeit: Du wirst immer mal lesen können, dass Johanniskraut die Haut lichtempfindlich macht und deshalb nicht in der Sonne angewendet werden darf - da man sich leichter einen Sonnenbrand holen könnte. Das gilt vor allem für die innerliche Einnahme von standardisierten Produkten aus der Apotheke. Bei einem Hautöl habe ich das nicht beobachtet. Solltest du eine sehr helle und empfindliche Haut oder schlichtweg Bedenken haben, nutze das Rotöl an sonnigen Tagen nur abends oder besorge dir ein fertiges Öl ohne Hypericin.)

     

    Johanniskrautöl als Narbenpflege

    Johanniskrautöl ist ein wunderbares Narbenöl. Narben heilen schneller ab, entzünden sich nicht ständig und es verhindert unschöne Wulstbildung.

    Narbenöl-Rezept zum Nachmachen: Für intensive Narbenpflege mische ich gerne ätherisches Rosengeranienöl mit Johanniskrautöl. Du brauchst dafür ätherisches Rosengeranienöl (Pelargonium graveolens), Johanniskrautöl und ein leeres Fläschchen. Mische 5 Tropfen ätherisches Rosengeranienöl in 10 ml Johanniskrautöl und massiere die Narbe 2-3 Mal pro Tag damit ein.

    Alle Wirkungen von Johanniskrautöl im Überblick

    • spendet Feuchtigkeit bei trockener und rissiger Haut
    • es regeneriert die Haut
    • als Wundheilmittel bei Sonnenbrand (danach nicht mehr in die Sonne gehen, da das Öl die Haut lichtempfindlicher macht)
    • bei Entzündungen
    • im Allgemeinen zur Wundheilung: bei Stich- und Schnittwunden, Geschwüren
    • narbenpflegend
    • beugt Narbenwulstbildung vor
    • bei Herpes
    • Neuralgien
    • Rückenschmerzen
    • Hexenschuss, Nervenschmerzen
    • Muskelverspannung
    • rheumatischen Muskel-oder Gelenksentzündungen
    • zur Dammpflege (auch Narbenpflege), selbst wenn die Narbe rot und entzündet ist (da das Öl antibiotisch wirkt)
    • nach Bestrahlung oder Lasertherapie (auf keinen Fall während)
    • ist antibakteriell

    Johanniskraut-Tee

    Neben dem Johanniskrautöl ist auch Johanniskraut-Tee eine sanfte Möglichkeit, die Heilpflanze zu nutzen - diesmal innerlich. Er wird traditionell zur Unterstützung von Nerven und Psyche getrunken und eignet sich besonders für Menschen, die die Wirkung des Johanniskrauts auf sanfte Weise nutzen möchten.

    Der Tee hat einen eher milden Geschmack und lässt sich gut pur trinken. Wer mag, kann ihn auch mit anderen Kräutern wie Zitronenmelisse oder Lavendel kombinieren.

    Johanniskraut-Tee zubereiten

    Für eine Tasse Tee benötigst du:

    • 1 bis 2 Teelöffel getrocknetes Johanniskraut

    • 250 ml heißes Wasser

    Übergieße das Kraut mit heißem Wasser und lasse den Tee etwa 8 bis 10 Minuten abgedeckt ziehen. Anschließend abseihen und trinken.

    >> Im Vergleich zu standardisierten Johanniskraut-Präparaten aus der Apotheke enthält der Tee jedoch deutlich geringere Mengen der wirksamen Inhaltsstoffe. Deshalb eignet er sich vor allem als angenehmer Begleiter im Alltag und etwas weniger für eine gezielte therapeutische Anwendung.

    Verschiedene Darreichungsformen & Wirkungsdauer von Johanniskraut

    Darreichungsformen:

    Wirkungsdauer:

    Johanniskraut wirkt nicht wie ein Holzhammer, sondern es dauert eine Weile, bis man die ersten Ergebnisse sieht. Wie lange genau es dauert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

    Als ich in Paris gelebt habe und mir der graue Winter auf’s Gemüt schlug, hat sich mein Zustand ungefähr 2 Wochen nachdem ich mit Johanniskraut-Tinktur begonnen habe, verbessert.

    Johanniskraut reguliert verschiedene „Schaltkreise“ im Körper. Dadurch dauert es länger, bis die ersten Wirkungen einsetzen, aber dafür ist die Wirkung auch viel langfristiger.

     

    Wechselwirkungen mit Medikamenten

    Johanniskraut ist berühmt berüchtigt, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten einzugehen.

    Bekannte Wechselwirkungen bestehen mit:

    Nimmst du Medikamente, solltest du VOR der Einnahme von Johanniskraut immer mit deinem behandelnden Therapeuten sprechen.

    Margret Madejski empfiehlt „In solchen Fällen […während einer Bestrahlung…] oder auch wenn man im Wochenbett unter depressiver Verstimmungszuständen leidet, dem sogenannten Wochenbettblues, ist es sinnvoller, zu feinstofflicheren Zubereitungen zu greifen, die keinerlei Nebenwirkungen haben (z.B. Hypericum Auro cultum Rh Dil. D3 von Weleda).“

    Kurzer Heilpflanzensteckbrief:

     

    • Botanische Bezeichnung: Hypericum perforatum
    • Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
    • Blütezeit: Juni-September
    • Erntezeit: je nach Standort Mai-Oktober
    • Standort: sonnig bis halbschattig, nährstoffarme und gut durchlüftete Böden
    • medizinisch verwendeter Pflanzenteil: Kraut und Blüten
    • Anwendungsformen: Tee, Tinktur, ätherisches Öl, Hydrolat, Kapseln, Tablettten, Ölauszug, Bütenessenz
    • mehrjährige Pflanze
    • gelbe Blüten färben sich rot, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt,  sichtbare Öldrüsen auf den Blättern
    • Verwechslung mit Jakobs-Kreuzkraut möglich

    Kurz und knackig: das bewirkt Johanniskraut

    • hellt die Stimmung auf
    • macht optimistisch, heitert auf und hilft, wenn einem das Leben „schwer auf den Schultern liegt“
    • löst Angst auf
    • euphorisiert
    • wirkt antibakteriel
    • ist wundheilend und wundschlussfördernd
    • ist schmerzlindernd (z.B. bei Migräne) - Johanniskraut wirkt direkt in den Schmerzzellen im Gehirn
    • bei Nervosität und nervöser Erschöpfung
    • bei geistiger Überanstrengung
    • bei innerer Unruhe
    • bei Prüfungsangst und Lampenfieber
    • bei Wetterfühligkeit mit Stimmungsschwankungen
    • bei (Winter-)Depression
    • bei Schlaflosigkeit
    • bei Verbrennungen und Verletzungen
    • bei nervlich bedingten Magen-Darm-Beschwerden

    Die Abteilung für Krebsforschung der Berliner Charité versucht in Tests herauszufinden, ob Johanniskraut Tumorwachsum verlangsamen oder krebsauslösende Stoffe unschädlich machen kann.

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    … oder mehr 

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    Wenn du tiefer in die Welt der Heilpflanzen eintauchen möchtest, begleite ich dich gerne dabei.

    In meinem Kräuterkurs lernst du nicht nur einzelne Pflanzen kennen, sondern verstehst auch:

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    → Hier geht’s zu meinem Kräuterkurs „Mein Kräuterjahr“: https://rubynagel.com/kraeuterkurs-online-mein-kraeuterjahr/ 

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