Konzentration steigern – DIY-Rezept gegen Konzentrationsstörungen und konzentrationsfördernde Heilpflanzen

Konzentration steigern –

DIY-Rezept gegen Konzentrationsstörungen und konzentrationsfördernde Heilpflanzen

Foto:Ruby Nagel

Konzentrationsschwäche

Geht’s dir auch manchmal so?

Du sitzt vor einer schwierigen, langatmigen Aufgabe und anstatt deine grauen Zellen richtig anzustrengen, holst du dir einen Kaffee, vielleicht sogar was Süßes, fängst an, dich durch deine Browserfenster zu klicken…und kommst einfach nicht voran.

Konzentrationsschwäche. So lautet deine selbst gestellte Diagnose.

Konzentration kann man üben!

Das Gute ist, Konzentration kann man üben. Du bist nicht dazu verbannt, dich jeden Nachmittag von Kaffeetasse zu Kaffeetasse zu hangeln.

Das „Noch-Bessere“ ist, dass es auch eine schnelle Soforthilfe für Konzentrationsstörungen gibt. Pflanzlich. Für jetzt gleich. Auch für unterwegs. Ohne tägliches Üben!

Ich weiß, das klingt zu gut, um wahr zu sein, aber ätherische Öle machen’s möglich.

Sie gehen in NullKommaNix in die Blutbahn und von da aus in deinen ganzen Körper. Auch ins Gehirn. Wo sie für ordentlich Frische sorgen.

Anleitung: DIY-Rezept mit ätherischen ölen für mehr Konzentration: 

Das brauchst du:

Und so machst du’s:

Es gibt verschiedene Roll-On-Größen. Das Rezept ist für 10ml:

  1. Gib 2 Tropfen jedes ätherischen Öles in die Roll-On-Flasche
  2. Füll die Flasche mit dem Basis-Pflanzenöl auf.

 Und das war’s auch schon.

Die Vorteile des Konzentrations-Roll-On

Ich benutze es an den Schläfen, über den Ohren, an den Handgelenken oder auch auf den Handinnenflächen, um danach beide Hände vor die Nase zu halten und zu inhalieren.

(WICHTIG: Bitte bedenke, dass diese Mischung nur für Erwachsene ist. Für Kinder ist sie zu stark.)

Die häufigsten Ursachen für Konzentrationsstörungen:

  • Mangel an frischer Luft
  • Schlafmangel
  • Stress
  • Zeitdruck
  • Flüssigkeitsmangel
  • Nackenverspannung
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel
  • Zuckerüberschuss

4 Tipps, um Konzentrationsmangel vorzubeugen:

 

  • Trinke ausreichend Wasser oder Kräutertee während deiner Arbeit: 1. Können Heilpflanzen wie Rosmarin oder Pfefferminze dir zusätzlich geistige Frische besorgen und 2. schaffst du dir somit Pinkelpausen.
  • Pinkelpausen sind gut, um alle Muskeln wach zu schütteln, kurz raus zu gehen und durchzuatmen oder um das Fenster aufzureißen und frische Luft hereinzulassen. Dein Körper und vor allem dein Gehirn werden so mit neuem Sauerstoff versorgt. Unerlässlich für aktive Gripshochleistung!
  • Gönn dir Pausen! Und damit mein ich nicht nur die Pausen tagsüber, während deiner Arbeitszeit. Wenn du viel am Computer arbeitest, dann erlaube deinen Augen und deinem Gehirn mindestens 10 Stunden, besser noch 12 Stunden Ruhe zwischen 2 Arbeitsphasen. Wenn du morgens z.B. um 9 Uhr anfängst, für längere Zeit mit einem digitalen Gerät zu arbeiten, dann solltest du am Abend davor spätestens 23 Uhr, besser noch 21 Uhr, alle digitalen Geräte ausschalten. Das gilt auch für Filme gucken. Dein Gehirn unterscheidet nicht, ob du gerade belanglos im Internet surfst, einen Film guckst oder ob du arbeitest.
  • Iss so viel wie möglich selbst gekochtes, saisonales, biologisches Essen. Das, was du in deinen Mund steckst, ist das, was dich (und dein Gehirn) nährt. Klingt logisch, trotzdem essen sehr viele Menschen buchstäblich M-Ü-L-L. Ich hoffe, du zählst nicht dazu und du sorgst schon gut für dich. Dann bist du vielleicht schon beim Feintuning und fragst dich, welches Nahrungsmittel gut für deine Konzentration und Gehirnleistung wäre: Walnuss ist die Antwort. Sie enthalten die berühmten Omega-3-Fettsäuren und die wiederrum unterstützen die Hirnleistung. 2, 3 Walnüsse am Tag reichen schon aus.

6 Heilpflanzen für eine bessere Konzentration:

Foto: pixabay.com / OShakes

Ginkgo (Ginkgo biloba): Ginkgo enthält Wirkstoffe, die freie Radikale binden. Vereinfach gesagt, bedeutet das, dass sie den Alterungsprozess der Zellen verlangsamt. Auch den des Gehirnes. Deshalb wird sie bei Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche eingesetzt.

Foto: pixabay.com / whaltns17

Ginseng (Panax ginseng): Ursprünglich kommt der Ginseng aus dem Nordosten Chinas, Korea und Sibirien. In der traditionellen koreanischen und chinesischen Medizin wird der Ginseng schon seit Urzeiten angewandt. Die Ginseng-Wurzel gilt dort sogar als Symbol für Kraft, Gesundheit und ein langes Leben. Sie wird unter anderem bei Konzentrationsstörung und chronischer Müdigkeit eingesetzt.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis): Rosmarin steigert die Durchblutung des ganzen Körpers, bis hin in die Peripherie – in die körperstamm-fernen Teile…Hände, Füße und Kopf quasi. Bessere Durchblutung im Kopf heißt auch bessere Sauerstoffversorgung des Gehirnes und somit mehr Konzentration.

 >> mehr über Rosmarin lesen

Foto: commons.wikimedia.org

Guarana (Paullinia cupana): Guarana ist eine Art Dschungelkaffee. Gut geeignet, um Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsschwäche den Garaus zu machen. Guarana enthält Koffein. Ist Koffein nicht so deins, dann such dir lieber eine andere Pflanzen aus der Liste aus.

>>mehr über Guarana lesen

Foto: wikipedia.org

Rosenwurz (Rhodiola rosea): Eine sehr interessante Heilpflanzen, die ursprünglich vor allem in Bergschluchten und auf feuchten Klippenabsätzen Nordeuropas Stell dir mal vor, was die für Superkräfte haben muss, um unter solchen Umständen zu gedeihen! Richtig viele. Eine ihrer Wonderwoman-Eigenschaften ist, dass sie die Durchblutung im Gehirn steigert. Dadurch werden die geistige Leistungsfähigkeit und die Konzentration gefördert. Außerdem macht Rosenwurz stressresistenter. Eine echte Perle.

Foto: pixabay.com / Marzena7

Brennnessel (Urtica dioica): Eine meiner Lieblingspflanzen. Und ja, man schreibt das seit 2004 mit 3 „n“. Sie wuchert mit einer Wahnsinnskraft und ihrem tollen Grün auf bis zu 1,80m Höhe. Wir haben ganz viele solcher Prachtexemplare im Garten. Schon Hildegard von Bingen stellt Heilmittel aus Brennnessel her, die wie sie sagt, die Gehirnleistung und Konzentration fördern.

3 alltagstaugliche Übungen für Zwischendurch, die deine Konzentration steigern:

  • Spiegelverkehrt schreiben: Fange bei deinem Namen an und füge von Mal zu Mal neue Wörter hinzu. Stelle dich danach vor den Spiegel und kontrolliere, ob alles richtig geschrieben ist.
  • Sekunden zählen: Nimm dir einen Wecker oder eine Stoppuhr und fang an, in Sekundenschritten rückwärts von 100 nach 0 zu zählen. Also 100, 98, 96, … 0. Es kann sein, dass es dir am Anfang etwas schwer fällt, weil es deine Konzentration beansprucht. Mit der Zeit wirst du aber geübter und es wird leichter…und deine Konzentration ist gesteigert.
  • Buchstaben zählen: Denke dir ein etwas längeres Wort aus und zähle dann in Gedanken durch, wie viele Buchstaben es hat.

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Wie du siehst, sind alle 3 Übungen extrem einfach und können von überall aus gemacht werden. Selbst in der U-Bahn oder im Bus aus Arbeit. Allerdings bringen sie nur Erfolge, wenn sie auch umgesetzt werden.

Was machst du, um deine Konzentration zu steigern?

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Schlaftee – beruhigt die Verdauung und entspannt deine Nerven (DIY-Rezept)

Der Schlaftee, der deine Verdauung beruhigt und die Nerven entspannt  (DIY-Anleitung zum Selbermachen)

Foto: Ruby Nagel

Stell dir deinen eigenen Schlaftee her - mit dieser einfachen Anleitung!

Sag mal, bist du eigentlich Teetrinker? Mischt du dir deinen Tee selbst oder kaufst du fertige Mischungen im Laden? Oder greifst du bequem zu Teebeutel?

Ich mische selber, denn ich bin absoluter Fan vom Pflanzen sammeln und trocknen. Das macht den Kopf so schön frei.

Am liebsten zieh ich alleine los. Schere und Bast im Rotkäppchenkorb. Und dann ab in den Garten oder raus in den Wald.

Wieder zu Hause angekommen, häng ich die kleinen Pflanzenbündel zum Trocknen auf oder breite die Blütenblätter in die Breite aus. Sie sollen alle im richtigen Rhythmus trocknen, so dass sie ihre tollen Farben behalten (außerdem ist die Qualität der Heilpflanzen dadurch höher).

Und dann, ein paar Tage später, wenn’s ans Abrebeln geht, dann überleg ich mir Rezepte. Je nachdem, welche Gerüche und Geschmäcker zusammen passen. Ich finde, Heiltees sollen nicht nur wirksam sein, sondern auch gut schmecken. …auch wenn das relativ ist. Manchmal muss ein Heiltee bitter sein, um die richtige Wirkung zu erzielen. Allerdings empfinden heute die wenigsten Menschen bitter als lecker. Entwicklungstechnisch wundert es mich gar nicht. Heute sind Nahrungsmittel nicht mehr bitter. Sondern tendenziell eher salzig oder süß. Das Gemüse, das man im Laden –auch im Bioladen- kauft, schmeckt nicht mehr, wie Gemüse früher geschmeckt hat. Diese Erkenntnis hab ich übrigens auch erst gehabt, als ich selbst angefangen habe, mein Gemüse anzubauen. Da hab ich mich anfangs gewundert, wie intensiv eine frischgeerntete Zuchini schmeckt. Oder, dass Mangold fast ein bisschen bitter ist. Dabei ist bitter sowas von wichtig. … aber dazu mehr. Ich bin schon abgeschweift von meinem eigentlichen Thema. Dem Schlaftee.

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Eine meiner leckersten Schlafteemischungen

Ich könnte dir unendlich viele verschiedene Mischungen zusammen stellen, aber diese hier mag ich zur Zeit besonders gerne und deshlab möchte ich sie mit dir teilen: sie besteht aus Fenchel, Melisse und Zitronenverbene.

Eine sehr lecker, runde Symphonie für die Geschmacksknospen! Und weil das drei Klassiker unter den Heilpflanzen sind, findest du sie auch einfach zu kaufen. Schau mal im Bioladen oder im Reformhaus. Online findest du sie z.B. bei diesem Kräuterladen.

Fenchel (Foeniculum vulgare)

Die kleinen Samenkörner, so groß wie ein Kümmelkorn, schmecken intensiv frisch, fast wie Anis. Ich pflücke mir gerne ein paar Körner im Garten ab und kaue darauf herum. Fenchel beruhigt den Magen-Darm-Trakt, hilft zu verdauen, wenn es blubbert und gluckert, vertreibt Darmgase und entspannt alles, was angespannt ist. (Ich benutze auch sehr gerne das ätherische Öl vom Fenchel bei menstrualen Bauchschmerzen. Sehr wirksam!)

 

Melisse (Melissa officinalis)

Die Blätter der Melisse riechen und schmecken zitronig frisch. Melisse streichelt überreizte Nervensysteme und enspannt den Magen-Darm-Trakt. Dank ihr, kannst du dich von Blähungen, Völlegefühl, Abgeschlagenheit und nervöser Unruhe oder Anspannung verabschieden. In meinem Blogartikel über die Melisse kannst du noch mehr über diese tolle Klosterheilpflanze lesen!

Zitronenverbene (Verbena triphylla)

Die Zitronenverbena ist die Süamerikanische Schwester des bei uns einheimischen Eisenkrautes (verbena officinalis). Sie wächst aber auch in unseren Breiten sehr gut – im Topf, auf dem Balkon oder im Garten - so wie bei mir. Auch ihr Geschmack ist leicht zitronig frisch. Und wie sollte es für einen Schlaftee anders sein : auch sie beruhigt die Nerven und entspannt ohne müde zu machen.

Wie bereitest du dir den Schlaftee zu?

Für 1 Tasse: Koch 250ml Wasser auf und lass es etwas abkühlen. Gib eine 3-Finger-Prise von der Kräutermischung in eine Tasse und übergieße sie mit dem heißen Wasser. Eine 3-Finger-Prise ist soviel, wie du mit dem Daumen, Zeige- und Mittelfinger aufnehmen kannst. Schau, dass du auch Fenchelsamen dabei hast. Da die schwerer sind als die Blätter, verkrümeln sie sich gerne auf dem Gefäßboden.

Leg nun eine Untertasse auf die Tasse und warte 10 Minuten. Du kannst danach den Tee abseiden oder auch mit den Blättern trinken.

Als als Ersatz für die Wegwerf-Papier-Teebeutel, kannst du kleine Stoffsäckchen benutzen. Das ist auf Dauer günstiger aber vor allem ökologischer.

Hier eine Nähanleitung für Stoffteebeutel von Julia von happygreenlife.de

Als Faulbärvariante kannst du so etwas in der Art im Bioladen kaufen.

Übrigens: Du kannst dir morgens eine ganze Kanne kochen und den Kräutertee über den Tag verteilt trinken. Auch kalt.

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Du kannst den Schlaftee sogar tagsüber trinken!

Diese Mischung beruhigt deine Verdauung und deine Nerven, aber sie wird dich nicht erschlagen. Du kannst weiterhin Autofahren, arbeiten und konzentriert sein. Im Gegenteil. Wenn du tagsüber auch schon von diesem Kräutertee trinkst, wirst du abends noch entspannter sein. Einfach, weil dein Körper den ganzen Tag über schon Entspannungssignale der Heilpflanzen bekommen hat. Du kannst davon so viel trinken, wie du magst. Idealerweise 3 Tassen am Tag.

 

 

Mische den Schlaftee ganz nach deinem Geschmack

Trau dich, kreativ zu sein. Du kannst nichts falsch machen. Benutze mal mehr Melisse, mal mehr Fenchel, mal mehr Zitronenverbene und finde heraus, wie du’s am liebsten magst.

Du kannst die Pflanzen übrigens auch frisch verwenden, wenn du sie als Topfpflanze im Fensterbrett oder im Garten hast.

 

 

Hast du Lust, dir Heilpflanzen auf dem Balkon oder im Fensterbrett zu ziehen?

Einige pflegeleichte Kräuter lassen sich auch gut im Fensterbrett oder auf dem Balkon ziehen. Stell dir mal vor, du müsstest nur deine Hand ausstrecken und zack wäre das richtige Kraut schon da. Schon fetzig, oder? In Rudi Beisers Buch „Mein Heilpflanzengarten“ kannst du mehr darüber lesen. Rudi Beiser beschäftigt sich seit mehr als 35 Jahren mit Heil- und Wildkräutern. Viele Jahre hat er auf biodynamsiche Weise Tee- und Heilpflanzen angebaut. Heute konzentriert er sich eher auf’s Bücher schreiben und unterrichten.

 

 

Trinkst du abends Tee? Was ist deine Lieblingsmischung und was magst du gar nicht? Erzähl’s mir im Kommentar. Ich antworte dir auch!

Abends Teechen, morgens Morgenroutine. Starte deinen Tag entspannt! Hol dir meine Schritt-für-Schritt-Anleitung und lerne wie’s geht!

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Johanniskraut & Johanniskrautöl: Wirkung, Anwendung & Rezepte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johanniskraut & Johanniskrautöl: Wirkung, Anwendung & Rezepte

Jedes Jahr freue ich mich auf’s Neue auf die leuchtend gelben Blüten des Johanniskrauts. Nicht unbedingt, weil ich tonnenweise davon benutze - im Gegenteil. Vielmehr, weil ich sie als Pflanze schön finde.

Such dir mal einen Spot und dann betrachte sie mal von Weitem und später dann von Nahem. Ich mag ihre Art, wie sie da so ganz gerade ausgerichtet mitten in der Sonne steht und ihr entgegenlacht. Sie ist ein bisschen steif - aber nicht im Sinne von hart (auch wenn einer ihrer Volksnamen Hartheu ist) - sondern eher im Sinne von „ich stehe hier und mich bekommt man hier nicht so leicht weg“. Verstehst du wie ich meine? … Vielleicht empfindest du sie auch anders. Das würde mich mal interessieren.

 

Johanniskraut (Hypericum perforatum) wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt. Besonders bekannt ist es für seine Wirkung auf die Psyche und das Nervensystem. Doch es ist auch eine Leber-und eine Wundheilpflanze. 

In diesem Artikel erfährst du, wie Johanniskraut wirkt, worauf du bei der Anwendung achten solltest und wie du Johanniskrautöl und Johanniskraut-Tee ganz einfach selbst herstellen kannst.

So sieht Johanniskraut aus

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine ausdauernde Heilpflanze, die am liebsten an sonnigen Standorten wächst. Dort tankt sie das Sonnenlicht auf, was sie später an und weitergeben wird. Deshalb zählt sie auch zu den Sonnenheilpflanzen. Du findest es z. B. an Wegrändern, auf trockenen Wiesen, an Böschungen oder lichten Waldrändern. Je nach Standort kann Johanniskraut etwa 30 bis 100 cm hoch werden.

Von Ende Mai / Juni bis September trägt Johanniskraut sein leuchtend schönes, goldgelbes Blütenkleid. Die Blüten stehen in lockeren Blütenständen zusammen und fallen durch ihre langen Staubblätter auf, die wie kleine Sonnenstrahlen aus der Blüte herausragen. An den gelben Blütenblättern sind außerdem auch winzige dunkle Punkte zu erkennen. Das sind Drüsen, die den roten Pflanzenfarbstoff Hypericin enthalten.

Auch die Blätter haben ein besonderes Merkmal: Sie sind länglich-oval, gegenständig angeordnet und wirken gegen das Licht betrachtet wie von vielen kleinen Nadelstichen durchlöchert. Auch diese kleine Löcher sind Öldrüsen. Diese durchlöcherte Erscheinung hat der Pflanze ihren botanischen Namen perforatum eingebracht, was „durchlöchert“ bedeutet.

Ein anderes wichtiges Erkennungsmerkmal ist der Stängel: Beim Echten Johanniskraut ist er aufrecht und hat zwei deutlich erkennbare Längskanten. Dadurch lässt sich die Heilpflanze gut von einigen anderen Johanniskraut-Arten unterscheiden.

Wenn du eine Blütenknospe oder eine frische Blüte zwischen den Fingern zerreibst, verfärbt sich die Haut bzw. das Blütenblatt rötlich bis dunkelrot. Das kommt durch den Farbstoff Hypericin. >> Aus ihm entsteht später die charakteristische rote Farbe des Johanniskrautöls, das deshalb Rotöl genannt wird.

Johanniskraut sicher bestimmen

Achte beim Sammeln besonders auf diese drei Merkmale:

  • den zweikantigen Stängel,
  • die durchscheinenden Punkte in den Blättern,
  • die rote Verfärbung beim Zerreiben der Blüten.

Treffen alle drei Merkmale zu, hast du mit großer Wahrscheinlichkeit Echtes Johanniskraut gefunden.

Johanniskraut Wirkung

Johanniskraut wird seit Jahrhunderten in der Volks- und Erfahrungsheilkunde eingesetzt und zählt mittlerweile zu den am besten erforschten Heilpflanzen Europas. Es wird besonders für seine Wirkung auf Psyche, Nerven und Haut geschätzt, für die verschiedene Pflanzenstoffe wie u. a. Hypericin, Hyperforin, Flavonoide und Gerbstoffe verantwortlich sind. 

Johanniskraut für die Psyche

Besonders bekannt ist Johanniskraut für seine stimmungsaufhellenden Eigenschaften. Deshalb wird es traditionell bei seelischen Belastungen, nervöser Unruhe und Stimmungstiefs eingesetzt. Vor allem, wenn ein Lichtmangel (wie z. B. im Winter) die Beschwerden auslöst. 

Johanniskraut bei innerer Unruhe und Schlafproblemen

Oft wir Johanniskraut als Begleiter in stressigen Lebensphasen genutzt, denn es kann dabei helfen, das Nervensystem zu regulieren und mehr innere Ruhe zu fördern.

Weil Anspannung und Grübeln häufig auch vom Schlafen abhalten, wird Johanniskraut gerne auch bei Einschlafstörungen oder unruhigem Schlaf eingesetzt.

Johanniskraut für die Haut

Äußerlich angewendet gehört Johanniskraut zu den klassischen Heilpflanzen für die Hautpflege. Sicherlich kennst du das aus den Blüten hergestellte Johanniskrautöl, das auch Rotöl genannt wird.

Klassischerweise wird es bei trockener, gereizter oder beanspruchter Haut verwendet, aber auch zur Pflege von Narben, bei Muskelverspannungen oder zur Unterstützung der Hautzellerneuerung nach kleineren Hautverletzungen oder Sonnenbränden. 

Johanniskraut und die Leber

Weniger bekannt ist, dass Johanniskraut auch Einfluss auf bestimmte Stoffwechselvorgänge in der Leber hat. Dort regt es Enzyme an, die für den Abbau verschiedener Stoffe verantwortlich sind.

Genau diese Eigenschaft ist der Grund, warum Johanniskraut mit manchen Medikamenten wechselwirken kann. Bedeutet: Werden bestimmte Arzneimittel gleichzeitig eingenommen, kann die Leber diese unter Umständen schneller abbauen. >> Dadurch sinkt dann die Wirksamkeit der Medikamente und die gewünschte Wirkung bleibt möglicherweise aus.

Betroffen sein können beispielsweise hormonelle Verhütungsmittel, Blutverdünner, einige Antidepressiva, Immunsuppressiva oder andere regelmäßig eingenommene Medikamente.

>> Das gilt vor allem für die Anwendung von hochdosierten Standardpräparaten aus der Apotheke oder bei Langzeitanwendungen. 

Wenn du dauerhaft Medikamente einnimmst, solltest du die Anwendung von Johanniskraut deshalb immer mit deinem/r Therapeuten/in besprechen.

Johanniskrautöl selber machen

Besonders faszinierend finde ich, wie sich das Öl im Laufe der Zeit verändert: Während die Blüten zunächst leuchtend gelb sind, färbt sich das Öl nach einigen Wochen intensiv rot. Verantwortlich dafür sind die Inhaltsstoffe des Johanniskrauts, die während der Auszugszeit in das Öl übergehen. Diese tiefrote Farbe ist sehr charakteristisch für das Öl, weshalb es auch als „Rotöl“ bezeichnet wird. 

Das fertige Johanniskrautöl eignet sich prima zur Hautpflege und wird z. B bei Muskelverspannungen, geröteter Haut, Narben oder zur Massage verwendet. … dazu gleich mehr. 

Johanniskrautöl herstellen

Du wirst unterschiedliche Methoden zur Herstellung von Johanniskrautöl im Internet und in Büchern finden. Es gibt kaum eine Heilmittelherstellung, bei der die Geister sich so sehr scheiden, wie beim Rotöl.

Hier möchte ich dir zeigen, wie ich es mache.  

Für die Herstellung benötigst du:

  • ein sauberes Schraubglas
  • frische Johanniskrautblüten
  • Bio-Olivenöl (oder ein anderes Pflanzenöl, das du magst)

    Zubereitung:

    1. Sammle die Johanniskrautblüten an einem trockenen und sonnigen Tag und gib sie in ein leeres Glas. Gieß soviel Olivenöl darüber, dass die Blüten mindestens 1,5cm mit Öl bedeckt sind.
    2. Lass das Glas an einem warmen Ort 3 Wochen lang durchziehen. (Pralle Sonne lässt das Öl schneller altern. Wenn in deinem Fensterbrett den ganzen Tag Sonne ist, kannst du z. B. eine Socke über das Glas ziehen, um es vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen.) Aus meinem Verständis heraus geht es beim Auszug weniger um Licht und mehr um Wärme. Das Öl und die wärmende Sonne ziehen den Farbstoff Hypericin aus den Blüten, der das Öl schön rot färbt.
    3. Nach 3 Wochen filterst du die Blüten mit einem Stück Stoff ab und stellst das Glas an einen dunklen, kühlen Ort. Das ist wichtig für die Haltbarkeit des Öles. Kühl und lichtgeschützt gelagert hält sich das Johanniskrautöl in der Regel mehrere Monate.

    Das fertige Johanniskrautöl ist eine super Grundlage für Salben. Du kannst es aber auch pur oder mit ätherischem Öl vermischt benutzen.

    Wirkung und Anwendung von Johanniskrautöl

    Johanniskrautöl bei Neurodermitis

    Neurodermitiker haben eine juckende, empfindliche, trockene und schuppige Haut. >> Johanniskrautöl stillt den Juckreiz und macht die Haut feuchter und glatter. Entzündungen klingen ab, gerötete Stellen beruhigen sich und aufgekratzte Partien heilen: ein Segen für alle, die besonders schlimm unter Neurodermitis leiden.

     

    Johanniskrautöl bei Wunden und Sonnenbrand

    Johanniskrautöl wirkt antibakteriel und hilft den Hautzellen, sich schneller zu erneuern und zu regenerieren. >> Genau deshalb kann Johanniskrautöl super bei Wunden angewendet werden. Ganz egal, ob oberflächliche Hautabschürfungen, Schnitt- und Stichwunden oder nach Operationen. Auch bei Sonnenbrand und anderen Verbrennungen wirkt Johanniskrautöl prima. Ich mische es dazu mit ätherischem Lavendelöl, um die Wirkung zu verstärken.

     

    Johanniskrautöl als Gesichtspflege

    Für Menschen mit trockener Haut, ist Johanniskrautöl ein sehr schönes Pflegeöl, das die Tagescreme ersetzt. Man braucht nur ganz wenig. 2-4 Tropfen reichen für das ganze Gesicht, weshalb ich es in eine Pipettenflasche abfülle.

    Kleiner Tipp: Wenn die Haut noch leicht feucht ist, zieht das Öl noch schneller ein.

    (Zum Thema Lichtempfindlichkeit: Du wirst immer mal lesen können, dass Johanniskraut die Haut lichtempfindlich macht und deshalb nicht in der Sonne angewendet werden darf - da man sich leichter einen Sonnenbrand holen könnte. Das gilt vor allem für die innerliche Einnahme von standardisierten Produkten aus der Apotheke. Bei einem Hautöl habe ich das nicht beobachtet. Solltest du eine sehr helle und empfindliche Haut oder schlichtweg Bedenken haben, nutze das Rotöl an sonnigen Tagen nur abends oder besorge dir ein fertiges Öl ohne Hypericin.)

     

    Johanniskrautöl als Narbenpflege

    Johanniskrautöl ist ein wunderbares Narbenöl. Narben heilen schneller ab, entzünden sich nicht ständig und es verhindert unschöne Wulstbildung.

    Narbenöl-Rezept zum Nachmachen: Für intensive Narbenpflege mische ich gerne ätherisches Rosengeranienöl mit Johanniskrautöl. Du brauchst dafür ätherisches Rosengeranienöl (Pelargonium graveolens), Johanniskrautöl und ein leeres Fläschchen. Mische 5 Tropfen ätherisches Rosengeranienöl in 10 ml Johanniskrautöl und massiere die Narbe 2-3 Mal pro Tag damit ein.

    Alle Wirkungen von Johanniskrautöl im Überblick

    • spendet Feuchtigkeit bei trockener und rissiger Haut
    • es regeneriert die Haut
    • als Wundheilmittel bei Sonnenbrand (danach nicht mehr in die Sonne gehen, da das Öl die Haut lichtempfindlicher macht)
    • bei Entzündungen
    • im Allgemeinen zur Wundheilung: bei Stich- und Schnittwunden, Geschwüren
    • narbenpflegend
    • beugt Narbenwulstbildung vor
    • bei Herpes
    • Neuralgien
    • Rückenschmerzen
    • Hexenschuss, Nervenschmerzen
    • Muskelverspannung
    • rheumatischen Muskel-oder Gelenksentzündungen
    • zur Dammpflege (auch Narbenpflege), selbst wenn die Narbe rot und entzündet ist (da das Öl antibiotisch wirkt)
    • nach Bestrahlung oder Lasertherapie (auf keinen Fall während)
    • ist antibakteriell

    Johanniskraut-Tee

    Neben dem Johanniskrautöl ist auch Johanniskraut-Tee eine sanfte Möglichkeit, die Heilpflanze zu nutzen - diesmal innerlich. Er wird traditionell zur Unterstützung von Nerven und Psyche getrunken und eignet sich besonders für Menschen, die die Wirkung des Johanniskrauts auf sanfte Weise nutzen möchten.

    Der Tee hat einen eher milden Geschmack und lässt sich gut pur trinken. Wer mag, kann ihn auch mit anderen Kräutern wie Zitronenmelisse oder Lavendel kombinieren.

    Johanniskraut-Tee zubereiten

    Für eine Tasse Tee benötigst du:

    • 1 bis 2 Teelöffel getrocknetes Johanniskraut

    • 250 ml heißes Wasser

    Übergieße das Kraut mit heißem Wasser und lasse den Tee etwa 8 bis 10 Minuten abgedeckt ziehen. Anschließend abseihen und trinken.

    >> Im Vergleich zu standardisierten Johanniskraut-Präparaten aus der Apotheke enthält der Tee jedoch deutlich geringere Mengen der wirksamen Inhaltsstoffe. Deshalb eignet er sich vor allem als angenehmer Begleiter im Alltag und etwas weniger für eine gezielte therapeutische Anwendung.

    Verschiedene Darreichungsformen & Wirkungsdauer von Johanniskraut

    Darreichungsformen:

    Wirkungsdauer:

    Johanniskraut wirkt nicht wie ein Holzhammer, sondern es dauert eine Weile, bis man die ersten Ergebnisse sieht. Wie lange genau es dauert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

    Als ich in Paris gelebt habe und mir der graue Winter auf’s Gemüt schlug, hat sich mein Zustand ungefähr 2 Wochen nachdem ich mit Johanniskraut-Tinktur begonnen habe, verbessert.

    Johanniskraut reguliert verschiedene „Schaltkreise“ im Körper. Dadurch dauert es länger, bis die ersten Wirkungen einsetzen, aber dafür ist die Wirkung auch viel langfristiger.

     

    Wechselwirkungen mit Medikamenten

    Johanniskraut ist berühmt berüchtigt, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten einzugehen.

    Bekannte Wechselwirkungen bestehen mit:

    Nimmst du Medikamente, solltest du VOR der Einnahme von Johanniskraut immer mit deinem behandelnden Therapeuten sprechen.

    Margret Madejski empfiehlt „In solchen Fällen […während einer Bestrahlung…] oder auch wenn man im Wochenbett unter depressiver Verstimmungszuständen leidet, dem sogenannten Wochenbettblues, ist es sinnvoller, zu feinstofflicheren Zubereitungen zu greifen, die keinerlei Nebenwirkungen haben (z.B. Hypericum Auro cultum Rh Dil. D3 von Weleda).“

    Kurzer Heilpflanzensteckbrief:

     

    • Botanische Bezeichnung: Hypericum perforatum
    • Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
    • Blütezeit: Juni-September
    • Erntezeit: je nach Standort Mai-Oktober
    • Standort: sonnig bis halbschattig, nährstoffarme und gut durchlüftete Böden
    • medizinisch verwendeter Pflanzenteil: Kraut und Blüten
    • Anwendungsformen: Tee, Tinktur, ätherisches Öl, Hydrolat, Kapseln, Tablettten, Ölauszug, Bütenessenz
    • mehrjährige Pflanze
    • gelbe Blüten färben sich rot, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt,  sichtbare Öldrüsen auf den Blättern
    • Verwechslung mit Jakobs-Kreuzkraut möglich

    Kurz und knackig: das bewirkt Johanniskraut

    • hellt die Stimmung auf
    • macht optimistisch, heitert auf und hilft, wenn einem das Leben „schwer auf den Schultern liegt“
    • löst Angst auf
    • euphorisiert
    • wirkt antibakteriel
    • ist wundheilend und wundschlussfördernd
    • ist schmerzlindernd (z.B. bei Migräne) - Johanniskraut wirkt direkt in den Schmerzzellen im Gehirn
    • bei Nervosität und nervöser Erschöpfung
    • bei geistiger Überanstrengung
    • bei innerer Unruhe
    • bei Prüfungsangst und Lampenfieber
    • bei Wetterfühligkeit mit Stimmungsschwankungen
    • bei (Winter-)Depression
    • bei Schlaflosigkeit
    • bei Verbrennungen und Verletzungen
    • bei nervlich bedingten Magen-Darm-Beschwerden

    Die Abteilung für Krebsforschung der Berliner Charité versucht in Tests herauszufinden, ob Johanniskraut Tumorwachsum verlangsamen oder krebsauslösende Stoffe unschädlich machen kann.

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    … oder mehr 

    Heilpflanzenwissen für den Alltag:

    Wenn du tiefer in die Welt der Heilpflanzen eintauchen möchtest, begleite ich dich gerne dabei.

    In meinem Kräuterkurs lernst du nicht nur einzelne Pflanzen kennen, sondern verstehst auch:

    • wie sie wirken,
    • wie man sie traditionell und heute anwendet,
    • mögliche Grenzen
    • und die sichere Verarbeitung im Alltag.

    Schritt für Schritt baust du dir ein fundiertes Wissen über heimische Heilpflanzen auf! Verständlich erklärt, praxisnah und naturverbunden.

     … Denn altes Kräuterwissen ist unglaublich wertvoll. Und ich finde, es verdient es, bewahrt und weitergegeben zu werden.

    → Hier geht’s zu meinem Kräuterkurs „Mein Kräuterjahr“: https://rubynagel.com/kraeuterkurs-online-mein-kraeuterjahr/ 

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    Hopfen: mehr als ein pflanzliches Beruhigungsmittel!

    Hopfen: mehr als ein pflanzliches Beruhigungsmittel!

    Foto: Ruby Nagel

    Die beruhigende Wirkung des Hopfens ist schon lange bekannt.

    Seit dem Mittelalter wird Hopfen als natürliches Arzneimittel eingesetzt. Hildegard von Bingen (1098-1179) schreibt über die beruhigende Wirkung und Paracelsus (1493-1541) einige Jahrhundert später über den schlaffördernden Effekt.

    Hopfen ist einerseits ein schönes Beispiel, um die Wirkung der Heilpflanzen zu zeigen und, um andererseits zu verdeutlichen, dass die Dosis „das Gift“ macht.

    Die Hopfenpflückerinen, früher waren es meistens Frauen, entwickelten Symptome wie Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Augenbindehautentzündung („Hopfenauge“), entzündlichen Hautrötungen und/ oder Gelenkschmerzen. Ja klar, die haben sich im Prinzip ja auch den ganzen Tag mit den Wirkstoffen einbalsamiert. Interessant ist, dass die Symptome nach Arbeitsende verschwanden. Junge Frauen konnten außerdem durch den hohen Östrogengehalt in der Pflanze Zyklusstörungen während der Ernte entwickeln.

    „Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ Paracelsus

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    Hast du Hopfen schon mal in der Natur wachsen sehen? Einige Städte schmücken ihre Parks und Grünstreifen damit, was ich optisch wirklich sehr schön finde. Ewig lange Lianen, die sich in alle Richtungen und mit Vorliebe nach oben schlängeln. 8m lang kann ein Hopfenärmchen werden. Und zwischendrin, überall, in großer Fülle Hopfenzäpfchen, die dem Ganzen Leichtigkeit und Überfluss verleihen. Jedes Mal wenn ich Hopfen sehe, habe ich Lust die Zapfen anzufassen und die Schuppen nach oben zu biegen. Irgendwie versprühen sie Fröhlichkeit finde ich.

    In dem Buch „Wesen und Signatur der Heilpflanzen“ von Roger Kalbermattern habe ich folgendes gelesen und fand mich in meiner Intuition bestätigt: „Das Wesen des Hopfens ist sehr leicht und fröhlich. Menschen, die eher im Stoffwechselpol verhaftet sind, die zu einer gewissen Erdenschwere neigen, tagsüber schläfrig sind und nachts wach liegen, verlieren durch Hopfen das Schwerfällige, Schläfrige und erhalten nachts erlösende Ruhe.“ Roger Kalbermatten beschreibt auch, dass wenn im Spätsommer die Hopfenzapfen zur Weiterverarbeitung in sein Labor der Marke Ceres kommen, der süße Duft immer gleich gute Laune und Unbeschwertheit versprüht.

    Achtung Pestizide

    In Deutschland wird Hopfen wohl schon seit dem 8. Jahrhundert zur Biergewinnung angebaut. Mit 18.472 Hektar bundesweit liegt Deutschland damit an der Weltspitze. Vielleicht hast du auch schon mal die riesigen Gerüststangen gesehen, an denen sich der Hopfen auf den Plantagen hochangelt. Schade, schade nur, dass Hopfen mit so vielen Petiziden belastet ist. Hier in der Studie von 2017 vom Münchener Umweltinstitut kannst du mehr darüber lesen, wenn du magst.

    Möchtest du Hopfen ausprobieren, dann leg ich dir biologische Qualität ans Herz.

    (Ganz früher wurde „Bier“ aus „Unkraut“ gebraut. Das finde ich sehr spannend und wenn ich mehr Zeit habe, dann schau ich mir das mal genauer an und berichte dir davon.)

    Hopfen als Wildgemüse

    Auf Sabine Schlimm’s Blog schmecktnachmehr.de habe ich gelesen, dass die jungen Hopfensprossen einen feinen Geschmack von irgendetwas zwischen Spinat, Grünspargel und Zucchini haben. Ich hab’s noch nicht ausprobiert, klingt aber sehr lecker. Die Sprossen werden im April und Mai gesammelt. Die zarten Triebspitzen kannst du dir im Salat oder als Gemüse schmecken lassen.

    Hopfenöl für die Haut

    Hopfen hat eine anti-bakterielle und anti-oxidative Wirkung. Er hemmt Entzündungen und kräftigt das Bindegewebe und ist deshalb gut zur Hautpflege geeignet. Durch seinen Gehalt an Phytohormonen wirkt er positiv anregend auf die Collagenproduktion der Haut. Deshalb findest du ihn in manchen Fertigcremes, die straffere Haut versprechen.

    Traditionell setzte man Hopfen bei schlecht heilenden Wunden und Hautentzündungen ein.

    Die frische Pflanze wirkt bei manchen Menschen im direkten Kontakt hautreizend und kann allergische Reaktionen auslösen.

    Hopfenöl ganz einfach selbst herstellen:

    1. Such dir ein sauberes Schraubglas
    2. Füll es ¾ voll mit Hopfenzapfen
    3. Dann gieß das Glas mit Öl auf. Alle Zapfen sollten gut bedeckt sein.
    4. Drei Wochen lichtgeschützt durchziehen lassen
    5. Abseiden und am besten lichtgeschützt und kühl lagern.

     

    Ich empfehle dir, immer nur kleine Mengen herzustellen. Wenn du das Öl nur für’s Gesicht benutzen wilst, dann reichst du mit einer 100ml-Flasche schon echt sehr lange.

    Benutze ein biologisches Öl. Mach’s dir dabei nicht kompliziert. Olivenöl oder Sonnenblumenöl sind sehr gut dafür. Klaro, wenn du Lust hast, geht’s natürlich auch mit Jojobaöl, Mandelöl, Arganöl, … .

    Der Vorteil? Du weißt genau, was du auf deine Haut tust und sparst dir unheimlich viel Geld.

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    Ätherisches Hopfenöl

    Es heißt, das ätherische Öl sei die Seele der Pflanze. Ich finde die Idee interessant, anzunehmen, dass ätherisches Öl genau wie Blütenessenzen auf « das seelische in uns » wirken. Natürlich habe ich dafür keine Beweise, aber ich glaube bisher kann nicht alles wissenschaftlich bewiesen werden und muss es in meinen Augen auch nicht. Ich lad dich ein, es auszuprobieren. Am ätherischen Öl des Hopfens zu riechen, ist ungefährlich und die Erfahrung wert.

    Hopfen wirkt natürlich auch als ätherisches Öl ausgleichend un entspannend. Es heißt, es heile seelische Verletzungen, hilft, sie besser zu verarbeiten und fördert den Sinn zur Selbstkritik. Es ist allerdings nicht ganz einfach zu finden. Achte auch hier wieder darauf, nur reines Öl zu kaufen.

    Mach’s wie die Indianer: Hopfen bei Heiserkeit

    Ja! Hopfen wurde auch von den Indianer benutzt! Gib dazu 2EL Hopfenzapfen auf eine Tasse heißes Wasser, 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseiden und 3x/Tag damit gurgeln. Seine anti-bakterielle Wirkung wird deine Heiserkeit lindern.

    Ein Hopfenbad wirkt beruhigend

    Gib dazu 100 g Hopfenzapfen in 2l heißes Wasser, Deckel drauf und 30 Minuten ziehen lassen. Abseihen, in das Badewasser geben und entspannen. Du kannst dir auch ein bisschen von dem Tee aufheben und ihn nach dem Bad trinken.

    Hopfen-Tee: So bereitest du ihn zu

    Möchtest du dir nur einen Tee zubereiten und nicht darin baden, dann gib 1-2 TL Hopfenzapfen auf eine Tasse heißes Wasser, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseiden und 2-3 Tassen pro Tag trinken.

    Es kann schon mal 2-4 Wochen dauern, bis die Wirkung einsetzt. Also: Geduld.

    Gute Pflanzenkombinationen mit Hopfen

    Hopfen mit Melisse oder Baldrian oder Passionsblume. Oder auch alles in einem. Die beruhigende Wirkung wird dadurch verstärkt und lecker schmeckt’s auch!

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    Kurz und knackig: Alle Wirkungsweisen vom Hopfen

    • beruhigt
    • entspannt
    • bei Nervosität, Angst und Schlafstörungen
    • bei körperlicher und nervlicher Überlastung
    • verdauungsfördernd
    • appetitanregend
    • bei Magenbeschwerden, insbesondere nervöser Art
    • antibakteriell
    • entzündungshemmend
    • antibiotisch
    • harntreibend
    • blutreinigend

    Kurzer Heilpflanzensteckbrief:

    • Botanische Bezeichnung: Humulus Lupulus
    • andere Namen: Hoppen, Bierhopfen, Kletternder Wolf
    • Familie: Hanfgewächse  (Cannabaceae)
    • Blütezeit: Juli - August
    • Erntezeit: Ende August
    • Standort: in Ufergebüschen, Wäldern, an Mauern und in Auenwäldern
    • medizinisch verwendeter Pflanzenteil: Weiblichen Zapfen
    • Anwendungsformen: Tee, Tinktur, ätherisches Öl, Kapsel, Öl

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    Melisse: Entspannung für deinen Bauch und deine Nerven

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Foto: Victor Serban

    Melisse gegen nervösen Bauch, innere Unruhe und für besseren Schlaf

    Es gibt Heilpflanzen, die wirken auf den Körper und es gibt Heilpflanzen, die wirken auf die Seele - die Melisse kann beides gleichzeitig: Sie beruhigt einen nervösen Bauch, beruhigt kreisende Gedanken und hilft dem Körper beim Loslassen und Entspannen.

    Genau deshalb gehört Melissa officinalis seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Heilpflanzen bei stressbedingten Beschwerden.

    Und weißt du, was genial ist? Kaum eine andere Pflanze zeigt so schön, wie eng unser Nervensystem, unsere Verdauung und unser emotionales Wohlbefinden miteinander verbunden sind!

    Melisse beruhigt Kopf und Bauch gleichzeitig

    Die Melisse ist eine wunderbare Heilpflanze für Menschen, denen Stress und Anspannung buchstäblich auf den Magen schlägt.

    Also wenn du zum Beispiel,

    • die nach einem Streit keinen Appetit mehr hast,
    • vor lauter Grübeln einen Stein oder Kloß im Magen spürst,
    • oder wenn du nachts nicht schlafen kannst, weil der Kopf einfach nicht still wird.

    >> Melisse aktiviert den Vagusnerv wirkt dadurch beruhigend >> auf den Kopf und aber auch auf den Bauch. 

    … und genau das lieb ich so an ihr, denn in der Pflanzenheilkunde betrachtet man Körper und Psyche nie getrennt voneinander.

    Der Bauch ist eben nicht nur für die Nahrungsmittelverdauung zuständig, sondern hier werden auch Gefühle „verdaut“ .  (#Bauchhirn)

    Melisse bei Schlafproblemen und innerer Unruhe

    Sie meisten Menschen wünschen sich ein beruhigendes Mittel, das einen nicht sofort „abschießt“ und von dem man sich am nächsten Morgen nicht k.o. fühlt.

    Diese Gabe hat die Melisse: Sie macht nicht dumpf oder benommen. Sie lässt einen innerlich wieder weicher werden und herunterkommen. Gepaart mit einer leicht stimmungsaufhellenden Komponente, die wieder mehr kindliche Unbesorgtheit einlädt.

    Deshalb zählt Melisse für mich zu den schönsten sanften Einschlafhilfen überhaupt.

    Vor allem Menschen mit:

    • kreisenden Gedanken,
    • emotionalem Stress,
    • nervöser Unruhe,
    • unruhigem oder schwerem Herzen,
    • oder Einschlafproblemen

    sind bei ihr in guten Händen.

    Melisse bei nervösem Magen und Verdauungsbeschwerden

    Stress, Sorgen und Überforderung landen bei vielen Menschen direkt im Bauch.

    Folgen sind dann: Kein Hunger, Völlegefühl. Magenkrämpfe, Bauchschmerzen und Blähungen.

    >> Die Melisse wirkt hier entspannend und krampflösend.

    Gerade bei nervös bedingten Magen-Darm-Beschwerden wird sie deshalb seit Jahrhunderten geschätzt.

    Melisse gegen Lippenherpes: antivirale Wirkung

    Die Melisse besitzt starke antivirale Eigenschaften und wird traditionell unterstützend bei Lippenherpes eingesetzt.

    Besonders gut wirkt hier das super konzentrierte ätherisches Melissenöl. Die Wirkung ist deutlich stärker als bei Tee oder Tinktur.

    Wenn du ätherisches Öl verwenden möchtest, solltest du unbedingt auf hochwertige Bio-Qualität achten und es sparsam anwenden.

    Aber nicht wundern: echtes ätherisches Melissenöl sehr kostbar und entsprechend teuer! Im Gegensatz dazu ist es so konzentriert, dass man auch nur ganz wenig braucht. 

    Ich kann das ätherisches Melissenöl von Oshadhi empfehlen. 

    So wende ich es an:

    1. Mit einem sauberen Zahnstocher in den Tropferöffnung gehe, um eine minikleine Menge ätherisches Öl zu entnehmen.
    2. Dann das Öl direkt auf die Herpesstelle an der Lippe geben.
    3. Mehrmals täglich wiederholen.

    Melisse in der Gesichtspflege (als Hydrolat)

    Melissenhydrolat = 2 in 1!

    >> Entspannender Duft und sanfte Wirkung für deine Haut.

     

    Du kannst es ganz vielseitig verwenden. Achte darauf, dass du dir 100%ig pures und ohne Alkohol in Bio-Qualität kaufst.

    Ich kann das Melissenwasser von Oshadhi empfehlen. 

    Melissenhydrolat / Melissenwasser ist super für sensible Hauttypen:

    • es beruhigt gereizte, rote oder entzündete Haut
    • und gleicht die Talgproduktion aus. >> Deine Haut wird also langsamer fettig.

     

    Du kannst es außerdem als Epilier-oder Rasierwasser benutzen:

    >> Einfach auf die behandelten Stellen sprühen.

    >> Die gereizte Haut beruhigt sich schneller und es stimuliert die Wundheilung.

     

    Sind deine Augen nach einem langen Tag müde, gerötet oder leicht entzündet, kannst du dir das Hydrolat auf die geschlossenen Augen sprühen.

    >> Es lindert nicht nur die Entzündung, sondern gibt dir auch ein frisches Aussehen.

    Warum Bienen Melisse lieben

    Früher fehlte Melisse in keinem Bauerngarten. Sie wurde sogar gezielt als Bienenpflanze angebaut.

    Es heißt:

    „Bienen verlassen keinen Garten, in dem Melisse wächst.“

    Das war wichtig, weil Zucker rar war und somit der Bienenhonig als Süßstoff nicht weit.

    Heute haben wir allerlei andere Süßstoffe in den verschiedensten Formen, aber für das Ökosystem und die Bienen bleibt die Melisse eine sehr wichtige Pflanze, denn sie ist eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln.

    Wenn du ganz genau hinsiehst, entdeckst du auf den Blättern und Stängeln winzige Drüsenhaare.

    Wie kleine Sprühdosen.

    Darin sitzen die ätherischen Öle der Pflanze.

    An sonnigen Tagen verströmt die Melisse ihren zitronigen Duft besonders intensiv.

    Dieser Duft schützt die Pflanze sogar vor manchen Schädlingen, während Bienen und Hummeln geradezu magisch davon angezogen werden.

    Ich liebe solche Beobachtungen.

    Sie zeigen, wie intelligent die Natur ist.

    Das bin ich in meinem Kräuterbeet.

    Melisse im Garten und auf der Fensterbank

    Melisse wächst erstaunlich unkompliziert.

    Sie fühlt sich:

    • im Garten,
    • im Hochbeet,
    • im Topf
    • und sogar auf der Fensterbank wohl.

    Die Pflanze liebt sonnige Standorte und lockeren, humusreichen Boden.

    Und wenn sie sich wohlfühlt, breitet sie sich ziemlich begeistert aus.

    Ich habe mehrere Melissenpflanzen im Garten stehen. Manche habe ich selbst ausgesät, andere stammen von Freunden aus verschiedenen Ländern.

    Und tatsächlich riechen sie alle ein wenig unterschiedlich.

    Oft pflücke ich beim Vorbeigehen einfach ein Blatt, zerreibe es zwischen den Fingern und atme tief ein.

    Und jedes Mal denke ich: „Hmmm, genau so riecht sommerliche Leichtigkeit!“

    Melissengeist selber machen

    Melissengeist ist wohl die bekannteste Anwendungsform.

    Ich kann mich noch genau erinnern, mein Opa hatte auch eine Flasche.

    Ein ziemlich intensiver Geruch, der mich als Kind irgendwie anzog und gleichzeitig abstoß.

    Wenn ich meiner Mama und meinen Tanten am Sonntag Nachmittag beim Kaffeegeschirrabwaschen zusah, saß ich meistens auf dem Küchensofa, auf dem mein Opa seinen Mittagsschlaf hielt.

    Über meinem Kopf hing das famose Handtuchregal, auf dem der Melissengeist stand.

    Hat Opa vorm Mittagschlaf Melissengeist getrunken oder nahm er es eher als Verdauungshilfe nach einem zu fetten Essen?

    Die Frage kann ich ihm heute leider nicht mehr stellen.

    Das Rezept:

    Du brauchst:

    • frische, klein geschnittene Melissenblätter
    • die abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
    • etwas geriebene Engelwurzwurzel
    • je nach Geschmack ein paar Gewürznelken, Zimt, Korianter und Muskat
    • 40%-igen Bio-Alkohol (Wodka oder Korn zum Beispiel)
    • ein leeres Glas

     Und so gehts:

    1. Gib alle Kräuter und die Zitronenschale in das leere Glas bis es 3/4 gefüllt ist.
    2. Übergieße das Ganze mit dem Alkohl bis hoch zum Rand und verschließe es mit dem Deckel.
    3. Lass das Gemisch mindestens 14 Tage stehen (gerne auch viel länger >> um so intensiver werden Geschmack und Wirkung).
    4. Ab und zu schütteln, grundsatzlich an einem dunklen, kühlen Ort durchziehen lassen (nicht im Kühlschrank!).
    5. Danach abseiden (ich nehme dazu ein Stofftaschentuch) und in eine dunkle Glasflasche füllen.

    Haltbarkeit und Lagerung: Der Melissengeist hält sich Jahre. Lagere ihn wie eine Flasche Schnaps: im Schrank / Keller und trocken.

    Anwendung: Wie einen Verdauungsschnaps >> TL-weise oder bei Bedarf ein kleines Schnapsglas voll

    Melissentee richtig zubereiten

    >> Melissentee gehört zu den einfachsten und schönsten Anwendungen, finde ich.

    Für eine Tasse brauchst du:

    • 4, 5 frische Blätter oder
    • 1-2 TL getrocknete Melisse

    Übergieße die Blätter mit heißem, aber nicht mehr sprudelnd kochendem Wasser. (>> Also Wasser kochen und ein paar Minuten abkühlen lassen. Sehr hohe Temperaturen können das hitzeempfindliche ätherisch Öl schnell verflüchtigen lassen.)

    Lass den Tee etwa 10 Minuten abgedeckt ziehen.

    Abgedeckt ist wichtig, denn so bleiben die flüchtigen Inhaltsstoffe erhalten.

    Du kannst 3, 4 Tassen täglich trinken.

    Die Wirkung ist angenehm entspannend, ohne müde zu machen.

    „Wie ein sanftes Ruhekissen wirkt der Tee von den Melissen.
    Stärket Nerven, Herz, Magen, hilft bei vielen Frauenplagen,
    fordert auch den Schlaf ganz herrlich, kurzum: macht sich unentbehrlich.“

    - deutsche Volksweisheit

    4 Ideen wie du frische Melisse anwenden kannst

    Kurzer Heilpflanzensteckbrief:

     

    • Botanische Bzeichnung: Melissa officinalis L.
    • andere Namen: Zitronenkraut, Bienenkraut, Citronella, Gartenmelisse, Frauenwohl oder Wanzenkraut
    • Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
    • Blütezeit: Juni - August
    • Erntezeit: Juni - September
    • Standort: sonnig - sehr sonnig, humusreicher, lockerer Boden
    • medizinisch verwendeter Pflanzenteil: Blätter
    • Anwendungsformen: Tee, Tinktur, ätherisches Öl, Hydrolat, Kapsel
    • breitet sich über Selbstaussaat und über unterirdisch verlaufende Wurzelausläufer
    • ausdauernde / mehrjährige Pflanze
    • eiförmige, am Rand gezahnte und am Blattende leicht gespitze Blätter
    • eignet sich super für Kräuterspiralen und auf dem Balkon

    Kurz und knackig: das bewirkt die Melisse

    • beruhigend
    • entspannend
    • krampflösend
    • entbläht
    • anti-viral, auch bei Herpes
    • anti-mikrobiell
    • stimmungsaufhellend
    • fördert die Gallenproduktion und wirkt appetitanregend
    • bei Schlafstörungen (besonders nervös bedingte Einschlafstörungen)
    • bei nervösen Beschwerden (nervöser Magen, nervöse Herzbeschwerden, nervöses Herzklopfen, nervöse Unterleibsbeschwerden)

    Heilpflanzenwissen für den Alltag:

    Wenn du tiefer in die Welt der Heilpflanzen eintauchen möchtest, begleite ich dich gerne dabei.

    In meinem Kräuterkurs lernst du nicht nur einzelne Pflanzen kennen, sondern verstehst auch:

    • wie sie wirken,
    • wie man sie traditionell und heute anwendet,
    • mögliche Grenzen
    • und die sichere Verarbeitung im Alltag.

    Schritt für Schritt baust du dir ein fundiertes Wissen über heimische Heilpflanzen auf! Verständlich erklärt, praxisnah und naturverbunden.

     … Denn altes Kräuterwissen ist unglaublich wertvoll. Und ich finde, es verdient es, bewahrt und weitergegeben zu werden.

    → Hier geht’s zu meinem Kräuterkurs „Mein Kräuterjahr“: https://rubynagel.com/kraeuterkurs-online-mein-kraeuterjahr/ 

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    Baldrian: Wirkung, Anwendung und warum er mehr kann als nur beim Einschlafen helfen

    Foto:Ruby Nagel

    Baldrian: Wirkung, Anwendung und warum er mehr kann als nur beim Einschlafen helfen

    Was haben Regenwürmer und guter Schlaf gemeinsam?

    Beide mögen Baldrian!

    Wahrscheinlich kennst du Baldrian als pflanzliches Mittel zum Einschlafen, doch er hat noch einige andere Kunststücke auf Lager. Wusstest du zum Beispiel, dass auch Regenwürmer ganz verrückt nach Baldrian sind?

    Warte, ich erzähl’s dir: Regenwürmer sind immens wichtig für einen gesunden Boden. Sie graben Gänge, lockern die Erde auf und fressen Pflanzenreste, Pilze und Bakterien. Dabei durchmischen sie den Boden und machen Nährstoffe für Gemüse, Kräuter und andere Pflanzen besser verfügbar. Man könnte sagen: Regenwürmer sind die fleißigen Gärtner unter unseren Füßen.

    Und genau diese fleißigen Helfer werden vom Baldrian angezogen.

    Auch im biologisch-dynamischen Anbau spielt Baldrian deshalb eine Rolle. Dort wird im Frühling ein Präparat aus Baldrian auf die Obstbaumblüte gesprüht und im Spätherbst auf Tomatenpflanzen. Es soll die Pflanzen dabei unterstützen, besser mit Frost umzugehen.

    Schon spannend, oder? Während Baldrian im Garten Regenwürmer anlockt und Pflanzen unterstützt, begleitet er uns Menschen auf eine ganz andere Weise: Er hilft uns dabei, zur Ruhe zu kommen, den Tag loszulassen und sanft ins Traumland hinüberzugleiten.

    Baldrian als Heilpflanze: Von Mondgeistern, Elfen und tiefem Schlaf

    Im Volksglauben gilt Baldrian als Elfenpflanze. Unsere Vorfahren erzählten sich, dass in hellen Mondnächten Mondgeister um ihn herum tanzen und seine besondere Kraft bewachen.

    Baldrian begleitet die Menschen schon seit Jahrhunderten. Lange bevor man seine Inhaltsstoffe im Labor untersuchte, wurde er als Heilpflanze geschätzt, die Ruhe schenkt, Ängste besänftigt und den Schlaf fördert.

    Vielleicht ist es gerade diese Verbindung zur Traumwelt, die ihm seinen geheimnisvollen Ruf eingebracht hat - schließlich bekommt man unter Baldrian besonders lebendige Träume voller Bilder und Symbole und manchmal sogar Antworten auf Fragen, die der Verstand tagsüber nicht lösen konnte.

    Ich finde diesen Gedanken schön. Denn Schlaf ist weit mehr als bloßes Ausruhen. Im Schlaf verarbeitet unser Körper die Erlebnisse des Tages, und auch unsere Seele bekommt Raum, Dinge zu ordnen.

    Baldrian kann dir dabei helfen, leichter einzuschlafen und besser zur Ruhe zu kommen. Statt noch stundenlang über das Gespräch von gestern oder die To-do-Liste von morgen nachzugrübeln, lässt du den Tag nach und nach los und gleitest sanft ins Traumland.
    Und wer weiß … vielleicht tanzen dort ja tatsächlich ein paar Mondgeister.

    Baldrian-Wirkung erklärt: Was passiert im Gehirn?

    Weißt du, wie der Baldrian es anstellt, dass wir durch ihn ruhiger werden un leichter einschlafen? Die Forschung hat in den letzten Jahrzehnten einige spannende Antworten darauf gefunden.

    Warum Baldrian müde macht

    Baldrian enthält verschiedene Inhaltsstoffe, die auf unser Nervensystem wirken. Sie helfen dem Körper dabei, aus dem „Aktiv-Modus“ herauszukommen und in den Ruhemodus zu wechseln. Dabei macht Baldrian nicht einfach müde wie eine Schlaftablette, sondern er unterstützt dabei, innere Anspannung loszulassen. Die Gedanken werden ruhiger, der Körper entspannt sich und das Einschlafen fällt leichter. Deshalb wird Baldrian nicht nur bei Schlafstörungen eingesetzt, sondern auch bei innerer Unruhe, Nervosität, Lampenfieber oder wenn man nach einem stressigen Tag einfach nicht abschalten kann.

     

    Die Rolle von Adenosin beim Einschlafen

    Im Laufe des Tages sammelt sich in unserem Gehirn ein Botenstoff an, der Adenosin heißt. Je mehr Adenosin vorhanden ist, desto stärker wird das Signal: „Es ist Zeit zu schlafen.“. Adenosin dockt an bestimmte Andockstellen im Gehirn an, sogenannte Adenosin-Rezeptoren und dort entfaltet es dann seine Wirkung und macht uns nach und nach müdchen. Man könnte sagen: Adenosin ist ein natürlicher Schlafbote. Je länger wir wach sind, desto mehr davon sammelt sich an und desto größer wird das Bedürfnis nach Schlaf.

     

    Baldrian und Kaffee: Kann Baldrian die Koffeinwirkung abschwächen?

    Und jetzt wird es spannend: Auch Koffein wirkt an denselben Andockstellen. Allerdings mit dem gegenteiligen Effekt. Es besetzt die Adenosin-Rezeptoren und verhindert, dass das müde machende Adenosin dort andocken kann. Deshalb fühlen wir uns nach einer Tasse Kaffee wacher und können schlechter einschlafen.

    In Laborversuchen wurde festgestellt, dass Baldrian Inhaltsstoffe enthält, die ebenfalls an diesen Adenosin-1-Rezeptor binden können und zwar sogar stärker als Koffein.

    Vereinfacht gesagt: Wenn Koffein den Platz am Rezeptor besetzt hält, kann das müde machende Adenosin nicht andocken. Baldrian scheint allerdings in der Lage zu sein, Koffein von diesem Platz zu verdrängen und selbst anzudocken. Dadurch kann die blockierende Wirkung des Koffeins nachlassen und man wird wieder müde.

    Ist das nicht faszinierend? Eine Pflanze, die Menschen schon seit Jahrhunderten als Schlafmittel verwenden, nutzt möglicherweise genau dieselbe Schaltstelle im Gehirn wie Kaffee, nur eben mit umgekehrter Wirkung.

    Wobei Baldrian helfen kann

    „Alle Formen von nervösen Zuständen, ob im Krampf oder im Schmerz, verlangen den Baldrian!“


    Sebastian Kneipp

    Wenn man Baldrian nur als Schlafmittel betrachtet, tut man ihm eigentlich Unrecht. Ja, er kann das Einschlafen erleichtern und bei nervös bedingten Schlafstörungen unterstützen. Aber seine Stärken gehen weit darüber hinaus:

    Immer dann, wenn Anspannung, Nervosität oder innere Unruhe eine Rolle spielen, lohnt sich ein Blick auf den Baldrian. Denn er beruhigt nicht einfach nur, er hilft dem Nervensystem dabei, wieder ins Gleichgewicht zu finden.

    Baldrian kann unterstützen bei:

    • bei innerer Unruhe
    • bei Lampenfieber und Prüfungsangst
    • bei nervös bedingten Schlafstörungen
    • bei Gedankenflucht und ständig kreisenden Gedanken
    • bei Überempfindlichkeit aller Sinne
    • bei Muskel- und Nervenschmerzen
    • bei Schluckauf
    • bei nervöser Migräne
    • bei nervösen Magenbeschwerden
    • bei nervöser Reizblase
    • bei Jetlag und Zeitverschiebung

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    Auch bei Schmerzen, die mit Anspannung, Angst oder Verkrampfung zusammenhängen, könnte man an Baldrian denken. Ich denke da z. B. an Blähungen, Magenkrämpfe oder Spannungskopfschmerzen.

    Besonders sympatisch finde ich, dass Baldrian nicht einfach nur beruhigt, sondern auch dabei hilft, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die innere Unruhe tritt in den Hintergrund, man wird gelassener und gleichzeitig klarer im Kopf.

    Deshalb schätze ich Baldrian nicht nur bei Schlafproblemen, sondern auch wenn man ständig unter Strom steht, von Termin zu Termin hetzt oder abends nicht abschalten kann.

    Er hilft dabei, die Spannung loszulassen und wieder etwas mehr Ruhe einkehren zu lassen.

    Und noch etwas beobachte ich gelegentlich: Nicht jeder Mensch reagiert auf Baldrian gleich. Manche Menschen werden davon nicht müde, sondern eher wacher und klarer. Diese sogenannte paradoxe Wirkung ist selten, kommt aber vor.

     

    Baldrian anwenden: Tee, Tinktur, Bad oder ätherisches Öl?

    Mein Tipp für dich: Besonders bewährt bei Überarbeitung und Erschöpfung

    Eine Situation, in der ich besonders gerne an Baldrian denke, ist bei geistiger und / oder körperlicher Überarbeitung.

    Vielleicht kennst du das: Du bist völlig erschöpft, hast den ganzen Tag gearbeitet, funktioniert und geschafft. Eigentlich müsstest du abends vor Erschöpfung sofort einschlafen. Stattdessen liegst du wach.
    Manchmal sind wir so ausgepowert, dass uns sogar die Kraft fehlt, loszulassen und in den Schlaf zu gleiten. Genau hier schätze ich den Baldrian besonders. Er beruhigt nicht nur ein überreiztes Nervensystem, sondern er ist auch eine Heilpflanzen, die Erschöpften wieder ein kleines Stück Kraft zurückgibt. So paradox es klingt, aber tatsächlich braucht es etwas aktive Energie, um loslassen zu können. Und genau dabei kann Baldrian unterstützen.

    Deshalb denke ich bei Baldrian nicht nur an Schlafstörungen, sondern auch an Menschen, die über längere Zeit zu viel geleistet und durchgehalten haben und überarbeitet sind.

    Kurzer Heilpflanzensteckbrief:

     

    • Botanische Bzeichnung: Valeriana officinalis L.
    • andere Namen: Katzenwurzel, Stinkwurzel, Mondwurzel, Katzengeil, Waldspeik
    • Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
    • Blütezeit: Juni - September
    • Erntezeit: September bis November
    • Standort: sonnig bis halbschattig, nährstoffreicher und eher feuchter Boden
    • medizinisch verwendeter Pflanzenteil: Wurzel
    • Anwendungsformen: Tee, Tinktur, Tabletten, Dragees, Kapseln, Badezusatz, ätherisches Öl, Heilpflanzensaft
    • mehrjährige, winterharte Pflanze
      kann bis zu 2 Meter hoch werden
      zart rosa bis weiß blühend
      zieht Regenwürmer an und wird von Katzen oft heiß geliebt

    Kurz und knackig: das bewirkt der Baldrian

    • beruhigend
    • entspannend
    • krampflösend
    • schlaffördernd
    • nervenstärkend
    • angstlösend
    • ausgleichend bei Stress und
    • Reizüberflutung
    • bei innerer Unruhe
    • bei nervös bedingten Schlafstörungen
    • bei Einschlafproblemen durch Stress und Überarbeitung
    • bei Lampenfieber und Prüfungsangst
    • bei Gedankenkarussell und Grübelneigung
    • bei nervöser Migräne
    • bei Muskelverspannungen und Krämpfen
    • bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden
    • bei nervöser Reizblase
    • bei Jetlag und Zeitverschiebung
    • unterstützt die Konzentration in stressigen Zeiten
    • kann bei manchen Menschen paradoxerweise anregend statt beruhigend wirken

    Heilpflanzenwissen für den Alltag:

    Wenn du tiefer in die Welt der Heilpflanzen eintauchen möchtest, begleite ich dich gerne dabei.

    In meinem Kräuterkurs lernst du nicht nur einzelne Pflanzen kennen, sondern verstehst auch:

    • wie sie wirken,
    • wie man sie traditionell und heute anwendet,
    • mögliche Grenzen
    • und die sichere Verarbeitung im Alltag.

    Schritt für Schritt baust du dir ein fundiertes Wissen über heimische Heilpflanzen auf! Verständlich erklärt, praxisnah und naturverbunden.

     … Denn altes Kräuterwissen ist unglaublich wertvoll. Und ich finde, es verdient es, bewahrt und weitergegeben zu werden.

    → Hier geht’s zu meinem Kräuterkurs „Mein Kräuterjahr“: https://rubynagel.com/kraeuterkurs-online-mein-kraeuterjahr/ 

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